Donnerstag, 5. April 2007

Wie geht es?



Allem Anschein nach geht es der Störchin nicht schlechter als gestern, sie wirkt sogar etwas vitaler. Wie in der Nacht zuvor hat sie sich aber wieder nicht am Brutgeschäft beteiligt, das Männchen hat die komplette Schicht übernommen. Unser Bildarchiv zeigt klar, daß sich das Weibchen bis zur Erkrankung ganz normal in der Nacht am Brutgeschäft beteiligt hatte, durchschnittlich sogar länger als das Männchen (Ergebnis unserer internen Bildauswertung).

Obwohl extrem unwahrscheinlich ist, daß die Störchin es annimmt: auf einem benachbarten Flachdach in direkter Sichtweite des Nestes haben wir ein Gefäß mit Wasser aufgestellt. Zwar kann ein Weißstorch als Langstreckenzieher auch große Wüstengebiete überfliegen und dabei auch mehrere Tage ohne Wasseraufnahme bleiben, doch gerade im Krankheitsfall ist ein guter Wasserhaushalt für den Organismus sehr wichtig. Die Störchin hat seit Beginn der akuten Krankheitsphase das Nest über 54 Stunden nicht mehr verlassen, daher ist sie natürlich auch ohne Wasseraufnahme geblieben. Daß sie in dieser Zeit nichts gefressen hat, erscheint weitaus weniger problematisch. Wenn man davon ausgeht, daß sie sich bis zum 3.4. in einem normalen Ernährungszustand befand, dann dürfte die fehlende Nahrungsversorgung kein Problem darstellen. Etliche Untersuchungen haben klar gezeigt, daß Störche auch an längere Fastenzeiten hervorragend angepaßt sind, z.B.:
Are non-migrant white storks (Ciconia ciconia) able to survive a cold-induced fast? Authors: Mata A.J.; Caloin M.; Michard-Picamelot D.; Ancel A.; Le Maho Y.1 - Source: Comparative Biochemistry and Physiology - Part A: Molecular & Integrative Physiology, Volume 130, Number 1, August 2001, pp. 93-104(12

Veränderungen seit gestern: Schwellung auf der rechten Seite erscheint unterhalb vom Auge stärker, rechtes Auge immer noch fast dauerhaft geschlossen, linkes Auge häufiger offen.
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Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
Lucius Annaeus Seneca, (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bestimmt eine blöde und nicht durchführbare Idee, aber wäre es nicht machbar, der Störchin Futter (Fisch oder so) mit einem Breitbandantibiotikum ins Nest zu ? werfen, schleudern ?, wenn das Männchen unterwegs ist? Wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Entzündung zu bekämpfen, würde sie bestimmt wieder auf die Beine kommen.
Simone

Anonym hat gesagt…

Wir hatten eine ähnliche Idee:
Evtl. mit einem Stabhochsprungstab (ca. 5m) Futter mit Medikament in das Nest "schieben" wenn es die Gegebenheiten erlauben ?
Wir drücken weiter die Daumen, dass die Störchin es schafft und danken all den Verantwortlichen für all die Mühe!

Anonym hat gesagt…

mit dieser Art der Hilfe von Simone könnte ich mich anfreunden.Vieleicht nimmt die Störchin Ihr hingeworfenes fressen Ja an.Wäre ein Versuch wert.Gute Besserung B1 wünscht Margit

Anonym hat gesagt…

Sie hat heute früh gegen 7 Uhr das Nest einmal verlassen und macht nun einen recht munteren Eindruck!

Anonym hat gesagt…

Sie hat heute früh das Nest verlassen und ist um 7 Uhr wohlbehalten zurückgekehrt. Nun macht sie einen recht fitten Eindruck!