Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. Juni 2012

Jungstorch an "Müll" verendet!

Dass das Beringen auch seine Schattenseiten haben kann, mussten wir heute leider wieder miterleben. In einem Storchenhorst in Winden fanden wir einen Jungstorch im Nest auf, dessen Beine völlig in einer blauen Schnur, welche in der Regel zum "Heumachen" eigesetzt wird, verheddert waren. Er hatte sich sogar so stark darin verfangen, dass ein Teil seines rechten Beines so stark abgeschnürt wurde, sodass das Beinchen abstarb und sich vom Körper abtrennte. Da das Beinchen nicht mehr nachwachsen kann mussten wir den "Kleinen" einschläfern lassen, da er nicht naturtauglich war d.h. er kann damit weder fliegen, noch sich fortpflanzen, noch überhaupt aufstehen, geschweige denn laufen. Es bestand leider keine Chance auf Besserung. Wir bedauern dies sehr aber in diesem Falle mussten wir zugunsten des Tieres entscheiden um ihm somit weitere Qualen zu ersparen.

Requiescat in pace!(lat.)
Möge er in Frieden ruhen!

Sonntag, 11. März 2012

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen worden!

Am gestrigen Samstag haben Christian Reis und ich in einem kleinen „Marathon“ die letzten Nester für die kommende Saison gereinigt bzw. neu aufgestellte Nester hergerichtet (d.h. ein Kranz aus Ästen auf den Plattformen befestigt und das "Innenleben" mit Heu und Hackschnitzel aufgefüllt).

Gestern waren wir in Neupotz (3 Nester), Kuhardt, Schwegenheim, Gommersheim, Bornheim (Waldeck), Barbelroth, Niederotterbach, Schweighofen und Büchelberg. Damit sind unsere Vorbereitungsarbeiten, welche die letzten 2 ½ Monate angedauert haben, fast abgeschlossen. Einzig am kommenden Mittwoch wird in Germersheim noch ein neuer Horst gestellt.

Momentan sind schon wieder einige Altstörche aus den Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Diese haben jedoch schon seit Jahren ihre festen Brutplätze. In den nächsten Tagen und Wochen erwarten wir aber die Rückkehr der Jungstörche, welche sich dann auf die Suche nach geeigneten Brutplätzen begeben.

Eine riesengroße, mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Hilfe, war auch dieses Jahr wieder der Hubsteiger der Spenglerei Wolfgang Kern aus Billigheim-Ingenheim (www.w-kern-gmbh.de) , welcher uns seinen Hubsteiger wieder kostenlos zur Verfügung gestellt hat. An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank!

( Nest in Barbelroth)


Dass in den Storchennestern immer mehr „menschlicher Müll“ zu finden ist, ist mittlerweile leider ein bitterer Beigeschmack, der aber unter Anderem für die Störche tödlich sein kann. Ich erinnere nur daran, dass letztes Jahr drei Jungstörche auf der Storchenscheune durch eine unachtsam weggeworfene Plastikschnur, welche die Elternstörche mit ins Nest gebracht hatten, ums Leben gekommen sind (wir berichteten).

Gestern haben wir unter Anderem das Nest Bornheim, Waldeck gereinigt und ich habe mal ein Bild davon gemacht, was wir alles aus dem Nest geholt haben:

Auf dem Bild sind zu sehen:

- verschiedene Schnüre (schön zum strangulieren geeignet)

- Verpackungsmaterialien (Capri Sonne, Milchschnitte, Haselnussschnitte, Ritter Sport, Fertigsuppe, etc.)

- Styropor

- Ein Liedblatt in Klarsichtfolie

- Stücke von Kartoffelsäcken

- Jede Menge Gummis

- Mehrere gebrauchte Slipeinlagen

- Ein verpacktes Kondom

-Glasscherben

(Zum Glück waren keine gebrauchten Injektionsspritzen mit Nadel, wie letztes Jahr im Horst vor dem Storchenzentrum mit dabei.)

Dies ist mitunter auch ein wichtiger Punkt warum wir die Nester reinigen müssen, nämlich um diese, durch den Menschen verursachte, Gefahrenquellen zu beseitigen, die für die Störche tödlich enden können.

Es lohnt sich daher auch kleine Abfallstücke wegzuräumen!

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von den hergerichteten Nestern:

Schweighofen:

Schwegenheim:

Bornheim, Waldeck Vorher:

Bornheim, Waldeck Nachher:

Gommersheim:


Niederotterbach:

Kuhardt:


Neupotz, Aussielderhof:

Der Abschluss in Büchelberg:


Viele Grüße

Christian Reis & Thomas Antrett

Donnerstag, 19. Mai 2011

Eine traurige Nachricht ...

Neben den ganzen schönen Meldungen über die Jungstörche, gibt es auch leider welche, die nicht sehr erfreulich sind.

Ihnen ist bestimmt schon aufgefallen, dass von den fünf Jungstörchen aus dem Nest auf dem Dach der Storchenscheune, seit Samstag nur noch zwei Junge übrig sind.

Eines der Elterntiere hatte eine, vom Menschen weggeworfene Plastikschnur gefunden und mit in das Nest gebracht. Die Jungen verhedderten sich völlig darin!

Da hier ein durch Menschen verursachtes Problem vorlag, befreite Christian Reis drei Tiere von der Schnur. Er traf bereits zwei tote Junge an. Ein drittes verstarb leider wenige Stunden nach der Rettungsaktion.

Es verenden leider immer wieder Jungtiere (auch Altvögel!) an Müll. Es lohnt sich daher auch kleine Abfallstücke (Schnüre, Gummis, ...) wegzuräumen.

Viele Grüße

i.A. Thomas Antrett

(FÖJler)

Samstag, 7. März 2009

Müll

Im Laufe der letzten Jahre haben wir schon öfters solche Bilder in verschiedenen Kameranestern gesehen: die Störche finden immer wieder große Gummiringe, die sie offensichtlich fressen wollen (sehen aus wie Schlangen??). Beim typischen Hochwerfen und Aufschnappen der vermeindlichen Nahrung ziehen sie sich dann aus Versehen den Ring über den Hals, eine nicht ganz ungefährliche Situation...




Mittwoch, 28. März 2007

Stark unterschiedliche Nestbausitten...

Ein Blick in einige Kameranester zeigt schnell, wie unterschiedlich die Nestbausitten beim Weißstorch sind.

Arevalo (Spanien) ==> Link
Dieses Paar hat große Vorlieben, das Nest mit Müll aller Art zu dekorieren


Bornheim, Nest am Sportplatz
Auch dieses Jahr wieder auffällige Vorlieben für Müll in Form von Plastikfolien! Zum Glück werden bislang alle Plastikteile nicht ins Nestzentrum eingebaut. Nest B2 wurde ansonsten durch dieses Paar vorbildlich mit großen Mengen neuen Nistmaterials ausgestattet. Vermutlich ist der "Müll-Übeltäter" das beringte Weibchen, da das Männchen der vergangenen Jahre im Juli 2006 verschwunden ist (wohl durch Unfall ums Leben gekommen, wir haben aber keinerlei Infos über seinen Verbleib), durch ein unberingtes Männchen ersetzt wurde und trotzdem die alten (Un)Sitten beibehalten wurden. Wir haben bislang in keinem anderen unserer Kameranester die Verwendung derartiger Müllmengen beobachtet. Im nur ca. 25 Meter entfernten Nest B1 wurde noch niemals Plastikfolien eingetragen. Beide Paare bewohnen also den selben Lebensraum, haben aber stark unterschiedliche Sitten bei der "Nestdekoration"...



Adelsdorf (Franken/Bayern) ==> Link
Extrem tiefe Nestkuhle, das Paar hat vor der Eiablage fast gar kein neues Nistmaterial ergänzt. Bei Starkregen (Gewitter) wird die tiefe Nestmulde schnell mit Wasser volllaufen, kleine Küken würden in diesem Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenso schnell durch Ertrinken oder Unterkühlung ums Leben kommen. Sollte Starkregen vor dem Schlupf auftreten, dann würden die Embryonen mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls durch Unterkühlung bzw. Ersticken ums Leben kommen.


B1
Wie in den Jahren zuvor hat das gut eingespielte Brutpaar auch 2007 das Nest in geradezu perfekter Weise weiter ausgebaut. Besonders das Männchen erweist sich als unermüdlicher Hand- bzw. Schnabelwerker...


Unten: das Weibchen bekommt gerade mal wieder eine neue Ladung Heu verabreicht ;-)


Der direkte Vergleich der Nester am Bornheimer Sportplatz und auf dem Dach der Storchenscheune läßt vermuten, daß die Auswahl des Nistmaterial eben nicht nur durch das Angebot der Umwelt, sondern auch stark durch individuelle Vorlieben der Störche geprägt wird.