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Dienstag, 4. August 2015

Die letzten Tage


Heute, am letzten Wässertag in den Queichwiesen bei Offenbach, waren nochmal fast 200 Störche versammelt. Normalerweise ist zu diesem Termin die Maximalzahl zu erwarten, aber es sind bereits weniger als vor einer Woche, als bei Ottersheim 222 Störche gezählt werden konnten. Etliche befinden sich bereits auf dem Weg nach Süden, wie wir in diesem Jahr live durch unser Besenderungsprojekt miterleben dürfen. In der heutigen Gruppe befanden sich übrigens die Senderstörche Fuchur und VRoni.

Sonntag, 4. August 2013

Vollversammlung vor der Abreise

Die Storchensaison ist fast zu Ende. Die Störche nutzen die letzten Wässertage, um es sich noch einmal richtig gut gehen zu lassen und sich in Reisegruppen zu sammeln. Am 2. August waren 280 (!) Weißstörche in den Offenbacher Niederwiesen versammelt. Mit dabei war auch ein Schwarzstorch. So viele Tiere müssen abends einen Schlafplatz finden. Die Störche aus dem näheren Umkreis übernachten meist noch auf ihren Herkunftsnestern. Die Nahrungsgäste suchen Bäume, Hausdächer, Lampen und vor allem Strommasten auf, was ihnen nach wie vor manchmal zum Verhängnis wird.
Ablesungen an den Schlafplätzen ergaben, dass die Nahrungsgäste nicht nur aus der Pfalz, sondern auch aus Rheinhessen, Südhessen, Baden-Württemberg und dem Elsass stammen.
In den nächsten Tagen, sobald die Thermikbedingungen günstig sind, werden sie sich auf die Reise begeben. Hoffen wir, dass viele von ihnen wiederkommen!
Schwarzstorch mit Weißstörchen

Hoffentlich gut genug gesichert!



Ungefährliche Schlafplätze auf Lampen im Gewerbegebiet

Samstag, 31. Juli 2010

Es geht hoch her auf den Niederwiesen...

Auf den Offenbacher Niederwiesen konnte man heute über 220 Weißstörche beobachten (Sommerwässerung)...

Mittwoch, 17. März 2010

Hier bin ich gern...


Klickbild: hin und wieder gibt es Signale vom französischen Senderstorch, man kann seine Vorlieben für ganz bestimmte Wiesenbereiche rund um Bornheim gut erkennen. Rechts unten z.B. die Offenbacher Niederwiesen...

Montag, 23. April 2007

Frühjahrsbewässerung an der Queich (Teil 1)

Mehrere Storchennester haben bereits Nachwuchs, was bisher um diese Zeit eher die Ausnahme war. Die Elterntiere profitieren von der seit 20. April einsetzenden Bewässerung (im Bild die Offenbacher Niederwiesen gestern nachmittag), die jede Menge Babynahrung (Regenwürmer und Insektenlarven) freisetzt und den Jungen einen guten Start ins Leben ermöglicht. In den folgenden Wochen, bis etwa Mitte Mai, werden sukzessive weitere Flächen im Queichtal bewässert.
Gestern waren 17 Störche hier versammelt. Wenn man davon ausgeht, dass von den 12 derzeit im Queichtal brütenden Paaren jeweils ein Elternteil auf Nahrungssuche war, müssen mindestens 5 weitere Störche aus der weiteren Umgebung oder herumstreunende Nichtbrüter dabeigewesen sein.
Ob die vorgezogenen Bruttermine und die bereits sommerlichen Temperaturen sich positiv auf den Bruterfolg auswirken, hängt noch von weiteren Faktoren ab: Die Höhe der Vegetation (ca. 2 Wochen früher als sonst), mögliche Kälteeinbrüche, Zeitpunkt der Wiesenmahd, Entwicklung der Insekten usw. Die veränderten Klimabedingungen in diesem Jahr werden wohl auch das Jahr des Storches beeinflussen - positiv oder negativ.

Die folgenden Bilder wurden uns freundlicherweise von Herrn Volkmar Schmidt (Karlsruhe) zur Verfügung gestellt, sie entstanden auch gestern im Bereich der Offenbacher Niederwiesen:


Klickbilder

Montag, 26. März 2007

Stellungnahme zu Kritik an Bewässerung

Zum Leserbrief „Zeigt den Bewässerern die rote Karte“ von K.-H. Stahlheber, RHEINPFALZ vom 21.3.2007:
Herr Stahlheber hat bei seinen Recherchen herausgefunden, dass die Massenansammlungen von Störchen etwas mit der Wiesenbewässerung zu tun haben. Damit liegt er richtig, hat aber in seinen Schlussfolgerungen einiges übersehen oder völlig falsch interpretiert:

1. Die Wiesenbewässerung ist keine Erfindung wild gewordener Naturschützer, sondern eine Einrichtung der Landwirtschaft, die im Queichtal nachweislich seit über 500 Jahren praktiziert wird.
2. Erstes Ziel dieser Maßnahme war und ist die Steigerung und Sicherung der Heuernte, was zu früheren Zeiten für die Landwirtschaft existentiell war und heute zumindest die weitere Bewirtschaftung der Wiesen durch Landwirte sichern hilft. Aus diesem Grunde unterstützt die Landwirtschaft den Erhalt und die weitere Reaktivierung der Wiesenbewässerung. Und ohne Mahd und Pflege gibt es keine Wiese.
3. Wiesenbewässerung ist nicht zu verwechseln mit Vernässung und Versumpfung. Sie fördert das Bodenleben gewaltig, die Biomasse an Regenwürmern und Großinsekten nimmt durch eine geordnete, fachgerecht durchgeführte Bewässerung zu. Diese sind Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Tierarten, am deutlichsten sichtbar durch die Storchenschwärme in der Zugzeit zur Zeit der Sommerbewässerungen. Noch wichtiger ist dieses reichhaltige Nahrungsangebot während der Brutzeit.
4. Herr Stahlheber geht von einem flächendeckenden Bewässerungsereignis im ganzen Queichtal aus. Tatsächlich aber werden die Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim nach einem von der Wasserbehörde festgelegten Terminplan in kleinen Abschnitten nacheinander bewässert. Obwohl die einzelnen Flächen i.d.R. nur 1-3 Tage betroffen sind, zieht sich damit die Frühjahrs- und Sommerbewässerung über einen Zeitraum von jeweils 4-6 Wochen hin. Es gibt daher in dieser Zeit immer irgendwo frisch bewässerte Stellen im Queichtal, auf der Störche und andere Tiere Nahrung finden können.
5. Die Offenbacher Niederwiesen, wo die beispiellosen Sicherungsmaßnahmen an den Stromleitungen durchgeführt wurden, gehörten schon vor dem Aussterben des Weißstorches 1973 zu seinen besten Nahrungsgründen – deshalb brütete hier auch der letzte Storch von Rheinland-Pfalz – und sie sind es auch heute wieder. Hier war die Bewässerung nie aufgegeben worden.
6. Einige Gemeinden entlang der Queich reaktivieren zur Zeit die Wiesenbewässerung, die sie in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt oder ganz aufgegeben haben. Dadurch verhindern sie, dass die seit Jahrhunderten durch die Bewässerung geprägte artenreiche Kulturlandschaft ihren Charakter verliert.
7. Die Fortsetzung und Reaktivierung der Wiesenbewässerung wird tatkräftig von den Naturschützern der Region unterstützt, die in der Aktion PfalzStorch, im NABU, im NVS und anderswo organisiert sind. Erhalt und Entwicklung der wechselfeuchten Wiesen bedeutet Erhalt und Schaffung von Lebensraum für Storch, Brachvogel, Bekassine, Wiesenpieper, Kiebitz und Wachtelkönig. Eine „Einstellung dieses verlustreichen Treibens“ würde deren Lebensgrundlage unwiederbringlich zerstören.
8. Dass gerade Amphibien unter den Bewässerungen leiden sollen, ist absurd. Ohne die Wiesenbewässerung gäbe es nicht das riesige Netz von zeitweise oder dauernd wasserführenden Gräben, die ideale Laichbiotope für die unterschiedlichsten Arten von Amphibien darstellen. Dieses Potential gilt es zu nutzen und auszubauen. Dass man die Offenbacher früher mit dem Spitznamen „Frösche“ belegt hat, ist sicher kein Zufall.

Es ist durchaus verständlich, wenn jemand die Zusammenhänge nicht kennt und der Wiesenbewässerung daher skeptisch gegenübersteht. Aber mit pauschalen und unberechtigten Vorwürfen eine große Gemeinschaftsleistung von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen zu diskreditieren, statt sich bei Leuten zu informieren, die sich seit vielen Jahren intensiv damit befassen, hilft nicht weiter. Wir laden Herrn Stahlheber gerne zu einem Gespräch und einer Information vor Ort ein.

Freitag, 2. März 2007

Zeitungsartikel zur 110 kV-Trasse "Offenbacher Niederwiesen"

Gestern erschien in unserer größten regionalen Zeitung, der Rheinpfalz, noch mal ein umfangreicher Artikel über die Umbaumaßnahme an der 110 kV-Trasse in den Offenbacher Niederwiesen. Wir haben die Sache mit dem Copyright abgeklärt (herzlichen Dank an die Rheinpfalz und an den Fotografen!) und stellen den Artikel hier online:


Draufklicken zum Vergrößern




Artikel in Textform:

Storchenexperte: Hier werden Maßstäbe gesetzt
OFFENBACH: Dr. Michael Fangrath lobt Pfalzwerke AG für Markierungsinitiative an der Starkstromleitung

„Ob‘s reicht?“ Mit dieser bangen Frage war ein RHEINPFALZ-Einwurf (Ausgabe vom 9. Febuar) überschrieben, als die Pfalzwerke AG für die Stromleitung in den Niederwiesen“ 950 Markierungen zur Warnung von nahenden Störchen ankündigte. Dr. Michael Fangrath, auf Naturschutzseite (Aktion Pfalzstorch und Naturschutzbund) der hauptverantwortliche Biologe, ist überzeugt: „Ja mir reicht‘s!“



Bei der Kollisions- und Stromschlagproblematik handele es sich um zwei grundsätzlich unterschiedliche Themenbereiche. In Sachen Stromschlag an Mittelspannungsmasten gibt es laut Fangrath einen rechtlich verpflichtenden Paragraphen im Bundesnaturschutzgesetz, außerdem einen Katalog von Maßnahmen, der die baulichen Sicherungen bis 2012 regelt. Im Hinblick auf diese Sicherungsmaßnahmen gebe es zwischen Naturschutz und der Pfalzwerke AG durchaus Differenzen.

„Ohne Namen zu nennen, sind mir aber mehrere Energieversorger bekannt, die sehr deutlich die Nichteinhaltung des Bundesnaturschutzgesetzes und des Maßnahmenkatalogs bekannt gegeben haben. Die Pfalzwerke AG gehört nicht dazu!“, unterstreicht der Ornithologe in einer Stellungnahme. Die Pfalzwerke AG habe in dieser Hinsicht beim Umsetzen deutschlandweit den weitesten Fortschritt gemacht. Als Weißstorchexperte, der seine Doktorarbeit über diese Vogelart geschrieben hat, könne er dies mit Fug und Recht behaupten. Mit Blick auf die verbliebenen Differenzen habe sich die Pfalzwerke AG gesprächsbereit gezeigt, ein Umstand, der durchaus keine Selbstverständlichkeit sei, zumal die ökonomische Tragweite der Sicherungsmaßnahmen an den Mittelspannungsmasten in Rheinland-Pfalz um Größenordnungen höher sei als die von den Markierungsarbeiten in Offenbach.

Die Kollisionsproblematik in den Offenbacher Wiesen sei völlig anders gelagert. Hierbei handele es sich um die Kür (Verantwortungsbewusstsein), nicht um das Pflichtprogramm (Bundesnaturschutzgesetz). Es gebe keine rechtliche Verpflichtung für das Unternehmen, überhaupt eine Maßnahme durchzuführen. Der moralischen Verantwortung sei es absolut gerecht geworden. Eigenen Angaben zufolge hat Fangrath in den Jahren 1999 bis 2001, 2005 und 2006 Untersuchungen durchgeführt, die Ursachen der Gefährdung genauer klären, unter anderem mit Videoaufnahmen. Die optimale Lösung für die Kollisionsproblematik wäre eine Vererdung. Diese sei für eine 110.000-Volt-Starkstromleitung auf einer Länge von 1,5 Kilometern aber noch nie veranlasst worden. Sie würde über eine Million Euro kosten und möglicherweise technisch unmöglich sein, erklärt der Experte und verweist auf Aspekte wie Kühlung der Leitung, Schutz der Röhren in den gewässerten Wiesen. Eine Alternative wäre die unerprobte und noch nie gemachte Markierung der Seile selbst. Doch diese hält Fangrath als wohl technisch und finanziell nicht realsierbar. Also biete sich die Lösung durch Markierungen an. Normalerweise würden die Elemente nur an der obersten Ebene (ein Seil) oder an Außenseilen (zwei Seile) befestigt. Aufgrund des besonderen Umstandes der hohen Weißstorchanzahl und der Störungen durch Menschen und Hunde würden in Offenbach alle Seile gesichert. „Ich kenne kein einziges Beispiel in Deutschland oder in Europa, wo eine Hochspannungsleitung so massiv gesichert worden ist. Für die Aktion Pfalzstorch ist dies ein Prestigeprojekt!
Jeder Verband erblasst vor Neid ob dieser Erfolge“, bilanziert Fangrath und lobt das Verantwortungsbewusstsein und die Kooperationsbereitschaft der Pfalzwerke AG. Hier würden Maßstäbe gesetzt, Maßstäbe, an denen konkurrierende Energieversorger kläglich scheiterten. Eine Relativierung dieser Leistung und Aufrechnung mit strittigen Punkten sei deshalb völlig unangemessen. „Ich bin kein Blumenkind, sondern pedantischer Wissenschaftler, der viele der Opfer selbst begraben oder ihnen den Gnadentod geben musste. Für mich wird aber, ungeachtet sachlicher Differenzen zu Sicherungsmaßnahmen nach dem Bundesnaturschutzgesetz, dies ein absolutes Highlight meines beruflichen Schaffens sein und bleiben.“ Die baulichen Maßnahmen seien seinen Vorschlägen entsprungen. Ob die Markierungen bei den Sterbequoten zum Rückgang von 80 Prozent führen, dem sehe niemand mit größerer Spannung entgegen als er. (mik)

Dienstag, 27. Februar 2007

Markierungsarbeiten 110 kV

Mittlerweile ist der erste Trassenabschnitt auf ca. 750 Meter bis auf den obersten Null-Leiter komplett markiert, es wurden ca. 450 Elemente eingebaut. Hier zwei Aufnahmen vom Sonntag:






Detailbild (zum Vergrößern draufklicken)
Die Länge der Markierungselemente beträgt ca. 50 cm. Auf dem Foto sind die beweglichen, schwarz-weiß gefärbten Polyethylen-Laschen gut zu erkennen. Jedes Markierungselement wird mit zwei Metallspiralen auf dem Leiterseil befestigt.


Gestern wurde mit der Markierung des zweiten Abschnittes begonnen, erst zum Schluß kommt dann der Null-Leiter dran (läuft ganz oben in der Spitze, das sog. Blitzschutzseil)

Freitag, 16. Februar 2007

Markierungsarbeiten gehen weiter...

Die Markierungsarbeiten an der 110 kV gehen offenbar recht problemlos weiter, im Bereich der Teichanlage müssen allerdings Bäume und Büsche gekürzt werden, da sonst die "Montagegondel" nicht vorbei kommt. Geplant ist, daß am Montag, den 26.02.2007, der gesamte Bereich zwischen Wald und Teich markiert ist (incl. oberstem Null-Leiter). Das sind ca. 700 Meter. Danach folgt der restliche Abschnitt in Richtung Südwesten, ca. 650 Meter.


Später werden wir eventuell Videos der Montagearbeiten online stellen, kann aber noch etliche Wochen dauern!

Nester:
Momentan sind in Bornheim zwei Störche unterwegs, die oben rechts einen Metallring tragen. Ein "re-o-Storch" im Nest B2 muß also nicht das bekannte Weibchen FRS 2823 aus B1 sein, es kann auch FRS 3037 sein.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Beginn der großen Umbaumaßnahme der 110.000 kV-Trasse



Wie im Nest-Telegramm 2006 schon mehrfach angekündigt, kommt es nun tatsächlich zu der bundesweit bislang einmaligen Markierungsaktion der 110 kV-Trasse in den Offenbacher NIederwiesen. Die Summe aller dokumentierten Todesopfer (mind. 12 Fälle durch Folgen einer Leitungskollision) in diesem Bereich entspricht ca. 20% des aktuellen Weißstorch-Brutvogelbestandes von Rheinland-Pfalz!

Offizieller Pressetermin zur Umbauaktion:

13.02.2007, 10.00 Uhr - Treffpunkt: vor der Datscha (südlich der Niederwiesen, neben der Neumühle an der Queich)



Kurzinfo: "Markierungsprojekt 110 kV - Offenbacher Niederwiesen"



- Markierter Trassenbereich: ca. 1.4 km
- Stahlseillänge ca. 9.5 km (6 Stromleiterbahnen und Null-Leiter)
- Anbringen der Markierungskörper im Abstand von 10 Meter. Pro Leiterbahnebene werden die Elemente jeweils um 5 Meter zueinander versetzt, daraus resultiert ein dichteres Markierungsbild
- Die Markierungskörper der Firma Ribe sind ca. 50 cm lang und haben bewegliche, schwarzweiß gefärbte Laschen. Dieser Typ wurde in einem Gemeinschaftsprojekt der RWE mit der staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland entwickelt. Es werden ca. 950 dieser Elemente montiert!

Siehe auch:
"Hochspannungsfreileitungen und Vogelschutz: Minimierung des Kollisionsrisikos - Bewertung und Maßnahmen zur Markierung kollisionsgefährlicher Leitungsbereiche
Von Frank Bernshausen, Josef Kreuziger, Dirk Uther und Michael Wahl
Erschienen in: "Naturschutz und Landschaftsplaung 39, (1) 2007

- Die Montage erfolgt mit einem kleinen Leiterseilwagen, er ist mit maximal zwei Monteuren besetzt und rollt direkt am Stahlseil hängend.