Mittwoch, 11. Juni 2014
Kameranest Evangelische Kirche Bornheim
Bei Nestern mit so vielen Jungen passiert so etwas bei wild lebenden Störchen immer wieder einmal. Auch wenn es für uns Menschen nicht schön anzuschauen ist, ist es der Lauf der Natur.
Ein rasches Eingreifen hätte eventuell das schwache oder auch kranke Junge retten können, aber seine schon großen und kräftigen Geschwister wären durch das Auftauchen eines Retters hochgradig gefährdet worden.
Sie sind schon über das Alter hinaus, in dem sie sich tot stellen (Akinese), sobald etwas Größeres als ein Altvogel über dem Nestrand auftaucht und wären mit ziemlicher Sicherheit vom Nest gesprungen. Da sie noch nicht voll flugfähig sind, hätte das bei der großen Höhe des Kirchturmes und den vielen umgebenden Dächern ihr sicherer Tod bedeutet.
Dienstag, 13. Mai 2014
Alles fit
Auf dem Dach der Evangelischen Kirche in Bornheim sind zeitweise im Kamerabild sogar 5 Jungstörche zu sehen.
Die Regentage brachten feuchte Böden, in denen die Störche gut Regenwürmer finden können. Die Wiesen sind aber schon so dicht bewachsen, dass sie kaum mehr zur Nahrungssuche genutzt werden können. Bis jetzt sind erst wenige Flächen gemäht. Die Störche weichen zur Zeit auf noch offene Ackerflächen und frisch gemähte Straßenränder aus. Außerdem gibt es noch eine Woche lang an verschiedenen Stellen Wiesenbewässerungen, die den Störchen reichlich "Babynahrung" liefern. Danach dürften, wenn das Wetter mitmacht, nach und nach die Wiesen gemäht werden.
Bis jetzt gute Aussichten!
Donnerstag, 29. März 2012
Belegung der Kameranester
Nachdem nun in allen Kameranestern gebrütet wird und ein Wechsel der Bewohner weniger wahrscheinlich ist, hier ein Überblick über die Familienverhältnisse:
Bornheim Scheunendach: Männchen unberingt, Weibchen mit ELSA-Ring rechts oben. Sie ist 4 Jahre alt und stammt aus dem südpfälzischen Wörth.
Bornheim Evangelische Kirche: Hier brütet das selbe Paar wie im letzten Jahr: Er trägt rechts oben einen ELSA-Ring und wurde 2008 in Bornheim beringt. Sie trägt ihren ELSA-Ring links oben und stammt aus dem badischen Rußheim, wo sie 2005 beringt wurde. Beide sind für ein paar Tage im Dezember und Januar am Nest aufgetaucht und dann wieder verschwunden, d.h. sie haben nicht sehr weit von hier überwintert.
Bornheim Sportplatz: Auch hier brütet das selbe Paar wie 2011: Der Storchenmann wurde 2005 in Bornheim beringt, auch er war im Winter hin und wieder am Nest erschienen. Dagegen ist seine Partnerin ein echter Zugvogel: Sie wurde 2001 in Bornheim auf dem Dach der Storchenscheune beringt und mehrfach in Spanien zur Zugzeit abgelesen. Sie kam bereits im Frühjahr 2003 zum ersten Mal zurück, brütet nun zum 10. Mal in diesem Nest und hat bisher insgesamt 27 flügge Junge auf die Reise geschickt. Da beide Partner ihren ELSA-Ring links oben tragen, kann man sie im Kamerabild nur schwer voneinander unterscheiden.
Zeiskamer Mühle: Trotz widriger Umstände brütet die aus Strasbourg stammende „Chantal“, Alu-Ring FRPP7224, zum 7. Mal bei der Zeiskamer Mühle: Zuerst auf dem Nest auf dem Dach, dann wegen Umbau der Mühle auf einem provisorischen Mastnest, danach wieder auf dem Dach des Neubaus, 2011 wegen Störung auf eine abgebrochene Pappel umgezogen. In diesem Jahr wurde gerade noch rechtzeitig vor der Rückkehr der Störche ein neues Mastnest errichtet, da die Pappel mit dem Nest vom Vorjahr wegen Umsturzgefahr gefällt werden musste. Auch diese Veränderung hat sie akzeptiert, das neue Nest mit einem neuen Gefährten bezogen und brütet. Offensichtlich zieht sie den neuen Standort dem Dachnest vor, so dass wir das Geschehen mit der Nestkamera nur aus der Ferne beobachten können. Aber auch das bietet interessante Perspektiven wie z.B. An- und Abflüge.
Die ersten Jungen sind am Sportplatznest zu erwarten, voraussichtlich am 20. oder 21. April. Hoffen wir, dass alles gut geht für die Kamerastörche und alle ihre Artgenossen.
Freitag, 25. März 2011
Irrungen und Wirrungen
Auf dem Dach der Storchenscheune liegt seit Donnerstag das erste Ei im Nest. Sobald das 2. Ei dazukommt (womit am Samstag zu rechnen ist), werden die Störche brüten. Sie sind, wie im Vorjahr, leider beide unberingt, so dass wir nicht mit letzter Sicherheit sagen können, ob es sich um die gleichen Tiere handelt.
In den letzten Wochen gab es ständig Veränderungen an den Kameranestern, inzwischen scheinen sich die Verhältnisse geklärt zu haben, mit Ausnahme der Zeiskamer Mühle. Hier ist die aus Straßburg stammende und mit einem Aluminiumring markierte „Chantal“ nur noch ab und zu auf dem Nest, zeitweise sieht man zwei Störche mit schwarzem ELSA-Ring. Aber in den nächsten Tagen wird wohl eine Entscheidung fallen.
Auf dem „Sportplatz“-Nest in Bornheim hat das Weibchen DERA1331, das seit 2003 jedes Jahr auf diesem Nest brütet, nach anfänglicher Unterlegenheit die Konkurrentin wieder vertrieben. Ihr unberingter Partner vom letzten Jahr ist offensichtlich nicht zurück gekommen. Ihr „Neuer“ ist das letztjährige Männchen von der Evangelischen Kirche, DERA2035. Was die beiden wohl nicht wissen: sie sind Geschwister! Beide sind im Nest auf dem Dach der Storchenscheune geschlüpft, Sie im Jahr 2001, Er 2005. Ihr Vater war unberingt, ihre Mutter war die langjährige Brutstörchin FRS2823, von einigen „Madame von Bornheim“ genannt. Sie stammt aus Kutzenhausen im Elsaß und brütet dieses Jahr, wie in den vergangenen 3 Jahren schon, wieder in den Queichwiesen bei Hochstadt.
Auf der Evangelischen Kirche in Bornheim hat sich ein neues Paar niedergelassen. Bemerkenswert ist, dass das Männchen, DERA8163, nun in sein Herkunftsnest zurückgekehrt ist, wo es im Jahr 2008 geschlüpft war.
Die Aktion PfalzStorch beobachtet zur Zeit einen starken Zuzug von Störchen auf der Suche nach einem passenden Revier mit Nistgelegenheit. Es gibt bereits einige erstmalig besetzte Nester.
Montag, 10. Mai 2010
Die 5 vom Storchenzentrum

Im Mastnest vor dem Storchenzentrum Bornheim sind 5 Junge geschlüpft. Christian Reis ist es gelungen, ins Gebälk des Storchenzentrums zu klettern und aus der Dachluke diese Aufnahme zu machen (gut zu erkennen: die Ringnummer des aus dem elsässischen Seltz stammenden Männchens).
Zur Zeit sind in mehreren Nestern der Umgebung 4-5 Junge. Auch im Sportplatznest haben alle die nasskalten Tage offenbar schadlos überstanden. Auf dem Dach der Storchenscheune sind leider zwei Junge gestorben. Manche Internet-Nestbeobachter haben den Eindruck, hier hätten die Eltern viel weniger gefüttert. Aber vermutlich wird hier so manche Fütterung übersehen, da die Webcam auf der Scheune nur alle 5 Minuten ein Bild aufnimmt. In der Zwischenzeit kann viel passieren... Jedenfalls scheinen die beiden verbliebenen Jungen recht fit zu sein.
Auf dem Dach der evangelischen Kirche kann man wohl nicht mehr mit Nachwuchs rechnen. Das unregelmäßige Brüten infolge der Verletzung des Weibchens blieb leider nicht folgenlos.
Auf der Zeiskamer Mühle sind 4 Junge zu sehen.
Insgesamt stimmt die bisherige Entwicklung recht optimistisch.
Dienstag, 4. Mai 2010
Nachwuchs
Auch in Hochstadt sind Junge geschlüpft. Im Bild die frühere Bewohnerin des Nestes auf der Bornheimer Storchenscheune, FRS2823, beim Auflockern ihres Nestes in den Hochstadter Wiesen.
Fast überall, wo die gleichen Paare wie im letzten Jahr brüten, gibt es bereits Nachwuchs. Die meisten neuen Paare haben etwas später angefangen und sind noch fleißig am Brüten. Immer noch versuchen neu hinzukommende Störche, sich niederzulassen oder bereits besetzte Nester zu erobern. Aber demnächst wird diese Phase zu Ende gehen. Dann kann man eine erste Bilanz des diesjährigen Brutbestandes ziehen. Im Moment sieht es so aus, als wäre die letztjährige Zahl der Brutpaare bereits erreicht oder sogar leicht überschritten ...
Die Rahmenbedingungen sind zur Zeit gut: Trotz niedriger Temperaturen keine dauerhafte Nässe und ein gutes Nahrungsangebot: die ersten Wiesen sind gemäht und in mehreren Gemeinden entlang der Queich wurden schon Wiesen bewässert.
Sorgen bereitet uns das Brutpaar im Kameranest auf der Evangelischen Kirche in Bornheim. Das Weibchen hat eine Beinverletzung, was sie auch daran gehindert hat, die Eier ordnungsgemäß zu bebrüten. Aber wir können ihr leider nicht helfen. Solange sie flugfähig ist, ist ein Einfangen unmöglich. Sie sucht in den Wiesen ihre Nahrung und kann dort problemlos starten und landen, wie Beobachter berichtet haben.
Mit etwas Glück wird ihre Verletzung wieder heilen. Etwas mehr Glück wird nötig sein, wenn aus den unregelmäßig bebrüteten Eiern Junge schlüpfen sollen. Hoffen wir das Beste!
Sonntag, 28. Februar 2010
Wieder zurück

Seit letzter Woche ist das Brutpaar vom vergangenen Jahr wieder auf seinem Nest vor dem Storchenzentrum in Bornheim (rechts im Hintergrund das Nest auf der evangelischen Kirche, deren Bewohner schon seit Anfang Februar zurück sind). In Bornheim sind bis jetzt 4 Nester mit den gleichen Brutpaaren wie letztes Jahr besetzt, wobei man natürlich nur bei den beringten Vögeln sicher sein kann. Die unberingten Brutpartner könnten auch neue Partner sein. Eine neue Paarkombination gibt es auf dem Dach der Storchenscheune. Auf 2 weiteren Nestern steht einer der letztjährigen Brutvögel und wartet auf den Partner.
Die Besetzung der Kameranester:
Bornheim Scheunendach: unberingtes Männchen (neu) mit einem in Rußheim/KA 2005 beringten Weibchen (wie im Vorjahr).
Bornheim Ev. Kirche: Männchen beringt in Bornheim 2005, (wie im Vorjahr) mit unberingtem Weibchen.
Bornheim Sportplatz: unberingtes Männchen (wie im Vorjahr) mit einem in Bornheim 2001 beringten Weibchen (wie im Vorjahr).
Zeiskamer Mühle: unberingtes Männchen mit einem 2003 in Strasbourg beringten Weibchen (wie im Vorjahr). Das Zeiskamer Weibchen ist schon am 25.2. auf dem Kamerabild zu sehen gewesen, es trägt wie das vorjährige Weibchen offensichtlich einen Ring der Vogelwarte Paris. Letzte Sicherheit über die Identität muss hier jedoch noch eine Ablesung mit Spektiv bringen.

Klickbild: Dachnest Zeiskamer Mühle
Die anderen o.g. Vögel sind bereits eindeutig identifiziert.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Familienverhältnisse in den nächsten Tagen und Wochen noch verändern. Es bleibt spannend!
Die Störche ducken sich heute oft in den Nestern oder sogar auf den Wiesen, da gerade ein heftiger Sturm über die Pfalz tobt.
Freitag, 19. Februar 2010
Neues vom "Kirchennest"
Montag, 9. Februar 2009
Ankömmlinge auf dem Kirchendach Bornheim

Klickbilder
Seit gestern sind zwei Störche auf dem Dachnest der evang. Kirche Bornheim, sie haben dort auch übernachtet. Eine Ringablesung ist an diesem Standort leider immer sehr schwierig, aber wir versuchen es...
Aktueller Stand: ein Storch ist unberingt, der Zweite ist oben links ELSA-beringt (Konstellation wie im verg. Jahr). Die Herkunft vom Männchen 2008 ist sehr interessant, es stammt aus Österreich (==> mehr Infos).
2008
Montag, 3. November 2008
Ein Österreicher als Neu-Pfälzer
Hoffen wir, dass es ihm in seiner Wahlheimat gefallen hat und dass es im Frühjahr wieder nach Bornheim zurückkehrt.
Sonntag, 27. Januar 2008
Bornheimer Kirchenstörche

( das ist keine Bildmontage!)
Eben bekamen wir auch die Meldung einer Sichtung von zwei Störchen im Nest von Venningen (Danke, Herr Arend!). Einer der Störche war unberingt, die Identität des beringten Storches wird überprüft. In Venningen kam es letztes Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten wieder zu einer erfolgreichen Brut! Da stand das Dorf Kopf ;-)
Sonntag, 17. Juni 2007
Video: Angriff auf Jungstorch
==> Videoclip: Angriff auf Jungstorch
Am Anfang der Szene ist deutlich zu erkennen, dass der Jungstorch versucht, sich mit dem Angreifer anzulegen. Gar keine gute Entscheidung, denn jede Gegenwehr provozierte bestimmt weitere Attacken... Und die Angreifer waren definitiv grenzenlos überlegen.
Es scheint, als ob die Altstörche mittlerweile wieder öfters Nestwache halten.
Vielen Dank an Nina, die uns mal wieder den mxpeg-Clip samt Ton konvertiert hat!
Samstag, 19. Mai 2007
Nest auf der evangelischen Kirche Bornheim

Klickbild: altes Nistmaterial wird mit elegantem Schwung aus dem Nest befördert

Klickbilder: mind. drei junge Kirchenstörche
Montag, 16. April 2007
Brutpaare in Bornheim

Klickbild: Rathaus (Mitte), Nest auf der Kirche und links im Hintergrund das künftige Storchenzentrum mit neuem Paar!

Klickbild: Nest auf der Kirche (B2)
Sollte es vor dem Storchenzentrum noch einen Brutversuch geben, dann wäre es schon das sechste (!) Paar, das sich auf Bornheimer Gemarkung niederläßt! Der aktuelle Anblick ist fast schon surreal: direkt neben Rathaus, Kirche und künftigem Storchenzentrum schaut das Paar auf das Treiben im Dorf. So, als ob der Weißstorch als Brutvogel in unserem Bundesland nie ausgestorben gewesen ist...
Aktuell brüten mit Sicherheit fünf Paare:
vier im Dorf und ein Paar auf einem Masthorst auf einer Wiese etwas außerhalb. Auf der einen Seite ist diese Entwicklung sicher sehr erfreulich, auf der anderen Seite wäre es schön (und ökologisch sinnvoll), wenn noch leerstehende Nester in unmittelbarer Nähe der Queichwiesen belegt werden (z.B. in Ottersheim, Luftlinie ca. 6 km). Der Trend geht in Bornheim eindeutig in Richtung "Koloniebildung". Man kennt das ja aus anderen "Storchendörfern": dort wo schon Störche sind, wollen meistens auch noch andere hin. Die Toleranz der Paare untereinander ist erstaunlich groß, Kämpfe kommen bislang nur sehr selten vor. Eine Ausnahme war dieses Jahr der Kampf im Nest B1. Die vertriebene Störchin brütet jetzt in Knittelsheim, ca. 7 km von Bornheim entfernt.
Das neue Paar vorm künftigen Storchenzentrum:



Romeo und Julia: Storchenliebe auf dem Bornheimer Trafohäuschen
Einige der Kamerabeobachter hatten 2006 event. die Geschichte vom "Romeo und Julia" genannten Paar mitbekommen, das sich sehr spät auf dem Dach eines Trafohäuschens ein Nest gebaut hatte. Bei einem starken Gewittersturm wurde das Nest samt Gelege vom Dach geweht. Um ihnen 2007 eine bessere Unterlage zu bieten, haben wir in Absprache und mit Unterstützung der Pfalzwerke AG ein komfortables Nest seitlich an das Trafohäuschen montiert. Doch leider umsonst: das Paar hat die "schicke" Nestplattform beharrlich ignoriert und einfach wieder auf das Flachdach gebaut. Wir können daher nur hoffen, dass dem Gelege nicht das gleiche traurige Schicksal droht wie im Jahr zuvor!



Es soll an dieser Stelle betont werden, daß es in Bornheim KEINE künstliche Zufütterung der Störche gibt, wie man sie z. B. im Elsaß oder am Affenberg in Salem (Baden-Würtemberg) für touristische Zwecke eingerichtet hat. Zitat von der Webseite des Affenberges: "Von Mai bis September werden die Störche zweimal, März/April sowie Oktober/November einmal am Tag gefüttert."
Die Bornheimer Brutpaare ernähren sich also ausschließlich von den Wiesen der Umgebung! Künstliche Zufütterung von Wildstorchpaaren ist für das Erreichen von Naturschutzzielen eher kontraproduktiv! Denn warum sollte sich ein Dorf oder eine Verbandsgemeinde für den Erhalt der Wiesen einsetzen oder für ein besseres Mahdmanagement, wenn Familie Storch scheinbar zufrieden auch von Eintagsküken und frisch aufgetauten Fischen leben kann? Langfristig führt Zufütterung in eine Sackgasse! Es wäre sehr bedauerlich, wenn man den Weißstorch zu einem Folkloresymbol reduzieren würde!
Unser langfristiges Motto ist daher: "Naturschutz für den Storch und mit dem Storch". Wir wollen in der Pfalz keine künstlichen Storchenpopulationen schaffen, sondern die ursprünglichen Weißstorch-Lebensräume erhalten und verbessern, z.B. durch Reaktivierung der Wässerwiesen! Davon werden auch viele andere selten gewordene Arten profitieren. Und davon profitieren auch wir Menschen, denn Artenvielfalt bedeutet Lebensqualität und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen!
Samstag, 14. April 2007
Kameranester B1 und B2

Klickbild
Oben: im Weitwinkelbild vom Dach der evangelischen Kirche kann man sogar den Standort von Nest B1 erkennen. Die weiße Fläche unter dem Pfeil ist die Westfassade der Storchenscheune.

Klickbild: die Westseite der Storchenscheune
Das Bild entstand bei der Kameramontage vor Rückkehr der Störche

Klickbild
Oben: Blickrichtung Nordwesten, im Hintergrund der Pfälzerwald (Luftlinie 8 km)
Mittwoch, 11. April 2007
Unklare Situation in B2: was ist passiert?
47 Stunden lieferte die Kamera von Nest B2 (Kirche) nur Bilder eines einsam brütenden Storches. Brutablösung gab es keine mehr, der zweite Storch war verschollen, eine eindeutige Faktenlage der Webcambilder. Am 9.4. um 13.15 Uhr gab es die letzte Sichtung des Brutpartners. Zweifelsfrei auch die Identität des brütenden Vogels: unten rechts ELSA-beringt, also das Männchen. Nach so langer Abwesenheit eines Brutpartners gibt es eigentlich nur folgende Möglichkeiten: die Störchin ist ums Leben gekommen oder ist so schwer verletzt/erkrankt, dass sie nicht mehr ins Nest zurückkehren wird.
Nach 47 Stunden war die Hoffnung auf eine gesunde Rückkehr nach menschlichem Ermessen auf den Nullpunkt gesunken.
Überraschende Wende
Heute gegen 12.15 Uhr tauchte entgegen allen Erwartungen plötzlich ein zweiter Storch im Weitwinkel-Kamerabild auf (diese Bilder werden nicht öffentlich übertragen, sondern finden nur für interne Archivzwecke der Aktion PfalzStorch Verwendung), 20 Sekunden später war wieder nur ein Vogel mehrere Minuten lang stehend bei der Nestpflege zu sehen. Es hatte offensichtlich einen Brutwechsel gegeben, der Vorgang lief innerhalb kürzester Zeit ab. Nur allzu verständlich wenn man bedenkt, dass nach diesem Brutmarathon Hunger und Durst dem Männchen schon kräftig zugesetzt haben müssen! Die Frühlingssonne brennt schon kräftig vom Himmel. Eine sofortige Absage der vorgesehenen "Gelege-Rettung" war die Folge! Zwei Stunden später diese Szene:

Klickbild
Das Bild hat eher Merkmale einer Auseinandersetzung als die einer Begrüßungsszene! Im nächsten Bild, 20 Sekunden später, ist allerdings schon wieder Frieden eingekehrt. Ein Storch setzt sich etwas später, der Zweite läßt seinen Ring sehen: ELSA unten rechts, das Männchen. Das Weibchen also am Brüten, ist alles wieder OK?
Beim nächsten mutmaßlichen Brutwechsel wieder der selbe Ablauf. Zuerst sieht es aus wie ein Kampf, kurze Zeit später ist wieder Friede eingekehrt. Ein Vogel brütet, der andere steht ruhig auf dem Nest.


Klickbilder
Theoretisch könnte es sein, dass ein anderes Weibchen ins Nest eingezogen ist. Dagegen spricht allerdings sehr stark, dass dieser Storch sich vollkommen nahtlos ins aktuelle Brutgeschäft eingeklinkt hat. Einige Fragen bleiben offen, die KAmera zeigt nicht das Nestinnere. Wir gehen derzeit aber davon aus, daß heute das unberingte Weibchen wieder gesund ins Nest zurückgekehrt ist.
Lehrstunde
Wie auch immer: die Vorgänge in Nest B2 sind eine ziemlich Lehrstunde in Sachen "Hilfeleistung" + "Eingriff" etc. ...
Normalerweise gilt ein so langes Verlassen des Geleges bei "Experten" eigentlich als nahezu untrügliches Anzeichen, dass eine schwere Verletzung, ein schwerer Krankheitsfall oder gar ein Todesfall vorliegt. Und wie schon erwähnt: wenn die Eier ausgebrütet werden, aber ein Storch bleibt zwei Tage seinem Nest fern, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer gesunden Rückkehr definitiv äußerst gering!

Klickbild: nach 2 Tagen wieder gesund ins Nest zurückgekehrt, wo war die Störchin?
Was kann man daraus lernen? Zum Beispiel dieses: selbst eine so lange Abwesenheit mitten in der Brutzeit ist kein sicheres und gutes Argument für einen "Eingriff", für eine "Rettung" (in diesem Falle des Geleges)! Gut, der Vorgang wäre durch die SGD Süd als zuständige Naturschutz-Fachbehörde genehmigt gewesen, aber eines ist hier klar geworden: selbst ein vorsichtiges Vorgehen ist meist immer noch zu riskant! Wir sind uns einig: es wäre unverzeihlich gewesen, wenn das Gelege kurz vor der Rückkehr des Weibchens "gerettet" worden wäre. Weniger Hilfe ist also oft die bessere Hilfe! Gut gemeint kann auch daneben sein. Leider ist gut machen schwieriger als gut meinen...
Anhand der Kamerabilder können wir am zweiten Storch bislang weder eine Verletzung noch irgendeine andere Auffälligkeit feststellen.

Klickbild: das unten ELSA-beringte Männchen steht im Nest, der andere Storch brütet
Nest B2 (Dachnest evangelische Kirche Bornheim)
Die unten angekündigte Bergung des Geleges muß verschoben werden! Wir halten Sie auf dem Laufenden!
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Seit dem 9. April ist das Storchenweibchen vom Dachnest der evangelischen Kirche verschollen. Es wurde zuletzt gegen 13.15 Uhr im Nest gesehen. Wir archivieren alle Kamerabilder auf einem PC und sind dadurch in der Lage, zuverlässige Aussagen über die Nestvorgänge zu machen. Wir haben leider keine Informationen über den Verbleib der Störchin und es kann mit großer Sicherheit angenommen werden, daß hier ein schwerwiegender Unglücksfall vorliegt. Entweder ist der Storch tot oder so schwer verletzt/erkrankt, daß er nicht mehr zum Nest zurückkehren konnte. Einfach so verläßt kein Brutvogel sein Gelege! Der seitdem ununterbrochen im Nest ausharrende Storch ist also das beringte Männchen.
Wie geht es weiter?
Es gibt verschiedene Varianten des weiteren Vorgehens:
1. Man beläßt die Eier im Nest. Das Männchen wird irgendwann das Gelege aufgeben (zuerst kurze Pausen zum Trinken und Futtersuchen, dann immer länger). Eventuell verpaart sich das Männchen sogar noch dieses Jahr mit einem zweiten Weibchen und es kommt zu einer neuen Brut. Die Eier würden in diesem Fall mit Sicherheit absterben und irgendwann als störende Fremdkörper aus dem Nest geworfen.
2. Man "rettet" das Gelege und läßt es entweder durch Storchen-Ersatzeltern (2a) oder durch Menschenhand (2b) aufziehen. Variante 2a ist mit Sicherheit besser als 2b.
Nach Absprache mit der oberen Naturschutzbehörde (SGD Süd) haben wir uns dazu entschlossen, heute ab ca. 13 Uhr/13.30 Uhr das Gelege mit Hilfe der Offenbacher Feuerwehr bergen. Die Eier sollen dann einem flugunfähigen (durch frühere Verletzung bedingt) Storchenpaar im Landauer Zoo untergeschoben werden, das derzeit ein eigenes Gelege ausbrütet. Aber: dieses Paar legt seit Jahren nur unbefruchtete Eier, es sind noch nie Küken geschlüpft!
Wir haben uns zur Variante 2a entschlossen, weil das "Pflegepaar" eine viel artgerechtere Aufzucht garantiert, als es jemals durch Menschenhand geschehen könnte! Je weniger die Störche in ihrer Jugend mit Menschen in Berührung kommen, desto besser.
Unser Ziel ist in jedem Fall aber die Auswilderung dieser Jungstörche! Das Gehege ist nach oben offen, sie könnten also nach und nach selbstständig auf die Wiesen im Osten von Landau fliegen, eventuell käme auch eine Auswilderung direkt am Rand eines Wiesengebietes in der Südpfalz in Betracht.
Wir werden im Nest-Telegramm natürlich über den Fortgang der Ereignisse berichten!
Ihre Aktion PfalzStorch
Montag, 2. April 2007
Donnerstag, 22. März 2007
Das "Kirchennest": kleiner Rückblick auf 2006

Anmerkung zum Bild (oben): die Kamera ist im Glockenturm montiert.

Fleißige Baumeister!
Die Hauptmasse des Nestes besteht mittlerweile übrigens aus Reben-Winterschnitt, der vom Storchenpaar in den benachbarten Bornheimer Weinbergen eingesammelt wird. Das macht Familie Storch offensichtlich sehr großen Spaß, denn sie haben seit 2006 beträchtliche Mengen in ihre exqusite Dachwohnung eingeflogen!

Oben: Altvogel schwebt zur Fütterung ein, zwei Jungstörche im Nest

Oben: historische Aufnahme (Bornheim um 1960)
Nestbesucher: Dohlen (Corvus monedula)

Manchmal besetzt auch ein Dohlenpaar den Nistplatz, so wie dieses Jahr. Dohlen leben in Dauerehe und sind fast immer als Paar unterwegs.

Infos über Dohlen:
http://www.natur-lexikon.com/Texte/SM/001/00001/SM00001.html
Hier eine Photomontage, welche das Größenverhältnis von Dohle (vorne am Nestrand) und Weißstorch veranschaulicht

Spannweite
Dohle: ca. 65 cm
Weißstorch: ca. 185 cm


