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Sonntag, 17. Juni 2007

Video: Angriff auf Jungstorch

Das Bildmaterial sah ja schon heftig aus (hier oder hier), aber dieser kurze Videoclip gibt eine noch viel intensivere Vorstellung davon, wie der Angriff auf die Jungstörche auf dem Dach der evangelischen Kirche ablief.

==> Videoclip: Angriff auf Jungstorch

Am Anfang der Szene ist deutlich zu erkennen, dass der Jungstorch versucht, sich mit dem Angreifer anzulegen. Gar keine gute Entscheidung, denn jede Gegenwehr provozierte bestimmt weitere Attacken... Und die Angreifer waren definitiv grenzenlos überlegen.
Es scheint, als ob die Altstörche mittlerweile wieder öfters Nestwache halten.




Vielen Dank an Nina, die uns mal wieder den mxpeg-Clip samt Ton konvertiert hat!

Mittwoch, 13. Juni 2007

Zwei Fremdstörche attackieren die Jungstörche!



Die zwei unteren Bilder: mit dem "Mut der Verzweiflung" versucht sich einer der Jungstörche gegen den überlegenen Angreifer zu wehren!

Heute vormittag kam es noch schlimmer für die drei Jungstörche auf dem Dach der evangelischen Kirche: von 10.46 Uhr bis 11.24 Uhr (Angriffsbeginn fast auf die Minute zur selben Zeit wie am Montag) erschienen zwei Fremdstörche und gingen meist äußerst aggressiv gegen die drei Jungen vor.

In den Bildern sind neue Verletzungen bei den Jungstörchen zu erkennen, vor allem im Kopfbereich. Da die Kamera zur Zeit des Angriffs einen Videoclip aufgenommen hat, kann man anhand der "bewegten Bilder" jetzt eindeutig sagen, dass diese Angreifer das Potential haben, die drei Jungstörche ernsthaft zu verletzten! Im Gegensatz zum ersten Vorfall haben sich diesmal nicht alle Jungstörche nach einigen Minuten kampflos ergeben, mind. einer der Drei hat geradezu "heldenhaft" (um mal diesen menschlichen Ausdruck zu bemühen) versucht, sich zu wehren! Es kam teilweise zu kampfartigen Szenen, wegen der geringeren Körpergröße und vor allem der kürzeren Waffe (Schnabel) sind alle Verteidigungsversuche leider vollkommen zum Scheitern verurteilt! Wir werden versuchen, den Videoclip bei YouTube hochzuladen.

Nach den vorliegenden Bildern und dem Videoclip ist klar, dass die Angreifer ihren gefährlichen Schnabel mit der Absicht einsetzen, die Jungstörche ernsthaft zu verletzten. Das ist kein Spiel, sondern blutiger Ernst...

Es besteht der ernsthafte Verdacht, dass die Angreifer zwei Nichtbrüter aus Bornheim sind, die sich wohl zu spät als Paar fanden und denen extra ein neues Nest zur Verfügung gestellt wurde. Jetzt kommen sie auf "dumme Gedanken" (sie werden offenbar keine eigenen Jungen mehr großziehen) und treten nicht nur als Störer, sondern als ernsthafte Aggressoren auf, welche die drei Jungstörche übel verletzten können! Ich habe am späten Nachmittag beide in der Nähe der Storchenscheune angetroffen, es handelt sich um einen links oben ELSA-beringten Storch und einen unberingten Storch (genau wie die Angreifer!).

Die einzige Hilfe für die Jungstörche hoch oben auf dem Kirchendach besteht wohl darin, dass ein Elternteil auf dem Nest bleibt!

Montag, 11. Juni 2007

Fremder Storch attackiert Jungstörche

Heute wurden die Jungstörche auf dem Dach der evangelischen Kirche Bornheim zwischen 10.50 Uhr und 10.59 Uhr von einem Fremdstorch attackiert. Mindestens eines der Jungen hat deutliche Verletzungen im Kopfbereich davongetragen. Beide Elternteile waren zur Zeit des Angriffs auf Nahrungssuche.

Bilddokumentation:

Klickbild oben: fremder Storch taucht gegen 10.50 Uhr am Nest auf. Deutlich zu erkennen: er trägt oben links am Bein einen ELSA-Ring.

Auf den folgenden Bildern ist zu sehen, wie der Eindringling die Jungstörche malträtiert, die Attacken müssen heftig gewesen sein. Auf den Bilder ist zu erahnen, dass es am Anfang teilweise noch Widerstand der Jungen gegeben hat, sie fallen aber nach kurzer Zeit in Akinese.

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Stichwort Akinese:
(griechisch: α- nicht, κινείν bewegen; synonym Akinesie oder Akinesia).

Bei einer Störung am Nest stellen sich die Jungstörche tot und werden vollkommen bewegungsunfähig. Jede Flucht aus dem Nest würde in diesem Alter entweder mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod enden. Man nennt diesen Zustand der Bewegungslosigkeit Akinese.
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Die Szene verdeutlicht sehr eindringlich, dass die Akinese der Jungstörche auch für den Fall angreifender Artgenossen von Vorteil ist: in ihrer Altersstufe wäre jeglicher dauerhafter Widerstand gegen einen Aggressor zum Scheitern verurteilt! Gegen die kraftvollen Schnabelhiebe eines erwachsenen Storchs sind sie vollkommen chancenlos, der Versuch der Gegenwehr könnte tödlich enden.

Nach unseren internen Archivbildern blieben die Jungstörche nach dem Abflug des Angreifers ca. 13 Minuten in Akinese.

Bemerkenswerte Vergleichszahlen: nach ihrer Beringung am 26. Mai blieben diese Jungstörche ca. 14 Minuten in Akinese, der Nachwuchs vom Nest auf der Storchenscheune für ca. 20 Minuten!






Klickbild oben: nach dem Angriff verharren die Jungstörche 13 Minuten in vollkommener Bewegungsstarre.

Klickbild oben: Pfeile kennzeichnen die beidseitigen Verletzungen im Kopfbereich eines der Jungstörche. Sie waren vor dem Angriff eindeutig noch nicht vorhanden.


Klickbild: eventuell auch am Flügel eine Verletzung?


Klickbild oben: einer der Altstörche verteidigt einige Stunden später die Jungen gegen einen überfliegenden Fremdstorch (event. der Angreifer vom Morgen?)


Zuschauerfrage: ist so ein Angriff "normal"?
Man kann darauf vielleicht so antworten: eine Attacke gegen Jungstörche dieser Altersstufe ist zwar glücklicherweise selten, aber nicht generell auszuschließen. Äußerst interessant wäre zu wissen, wer dieser Storch war. Die Ringnummer kann mit der Kamera aus dieser Entfernung leider nicht abgelesen werden. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier wohl um einen Nichtbrüter. Für die nächste Zeit kann ein weiterer Angriff nicht ausgeschlossen werden, auch bei den anderen Nestern.


Risikoabschätzung
Die Brutstörche haben zwischen zwei Optionen zu "entscheiden": gehen beide Partner auf die Futtersuche, so ist die Nahrungsversorgung der Jungen maximal. Bleibt jeweils ein Partner am Nest, so ist zwar immer eine Verteidigungsmöglichkeit gegeben, der Nachwuchs kann aber nur mit der Hälfte der Nahrungsmenge versorgt werden.

Allerdings gibt es zwischen beiden Optionen auch fließende Übergänge, wie man an den Kameranestern sehen kann. Auf der Basis der Kamera-Archivbildern der verg. Jahre kann man einen Trend erkennen: die Jungstörche werden offensichtlich bevorzugt in den späten Abendstunden zum ersten Mal alleine gelassen. Über die Ursache kann man nur spekulieren. Ob das Angriffsrisiko in dieser Zeit signifikant niedriger ist als zu anderen Tageszeiten könnte nur eine gründliche Verhaltensstudie belegen...