Leider scheint wohl eines der vier Jungen verendet zu sein.
Bei Nestern mit so vielen Jungen passiert so etwas bei wild lebenden Störchen immer wieder einmal. Auch wenn es für uns Menschen nicht schön anzuschauen ist, ist es der Lauf der Natur.
Ein rasches Eingreifen hätte eventuell das schwache oder auch kranke Junge retten können, aber seine schon großen und kräftigen Geschwister wären durch das Auftauchen eines Retters hochgradig gefährdet worden.
Sie sind schon über das Alter hinaus, in dem sie sich tot stellen (Akinese), sobald etwas Größeres als ein Altvogel über dem Nestrand auftaucht und wären mit ziemlicher Sicherheit vom Nest gesprungen. Da sie noch nicht voll flugfähig sind, hätte das bei der großen Höhe des Kirchturmes und den vielen umgebenden Dächern ihr sicherer Tod bedeutet.
Posts mit dem Label Akinese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Akinese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 11. Juni 2014
Dienstag, 27. Mai 2008
Beringung im "Sportplatznest"

Heute wurden die 4 Bornheimer Jungstörche vom "Sportplatznest" durch Christian Reis beringt.
Links:
Beringung 2007
Akinese
Montag, 11. Juni 2007
Fremder Storch attackiert Jungstörche
Heute wurden die Jungstörche auf dem Dach der evangelischen Kirche Bornheim zwischen 10.50 Uhr und 10.59 Uhr von einem Fremdstorch attackiert. Mindestens eines der Jungen hat deutliche Verletzungen im Kopfbereich davongetragen. Beide Elternteile waren zur Zeit des Angriffs auf Nahrungssuche.
Bilddokumentation:

Klickbild oben: fremder Storch taucht gegen 10.50 Uhr am Nest auf. Deutlich zu erkennen: er trägt oben links am Bein einen ELSA-Ring.
Auf den folgenden Bildern ist zu sehen, wie der Eindringling die Jungstörche malträtiert, die Attacken müssen heftig gewesen sein. Auf den Bilder ist zu erahnen, dass es am Anfang teilweise noch Widerstand der Jungen gegeben hat, sie fallen aber nach kurzer Zeit in Akinese.
+++++++++++++
Stichwort Akinese:
(griechisch: α- nicht, κινείν bewegen; synonym Akinesie oder Akinesia).
Bei einer Störung am Nest stellen sich die Jungstörche tot und werden vollkommen bewegungsunfähig. Jede Flucht aus dem Nest würde in diesem Alter entweder mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod enden. Man nennt diesen Zustand der Bewegungslosigkeit Akinese.
+++++++++++++
Die Szene verdeutlicht sehr eindringlich, dass die Akinese der Jungstörche auch für den Fall angreifender Artgenossen von Vorteil ist: in ihrer Altersstufe wäre jeglicher dauerhafter Widerstand gegen einen Aggressor zum Scheitern verurteilt! Gegen die kraftvollen Schnabelhiebe eines erwachsenen Storchs sind sie vollkommen chancenlos, der Versuch der Gegenwehr könnte tödlich enden.
Nach unseren internen Archivbildern blieben die Jungstörche nach dem Abflug des Angreifers ca. 13 Minuten in Akinese.
Bemerkenswerte Vergleichszahlen: nach ihrer Beringung am 26. Mai blieben diese Jungstörche ca. 14 Minuten in Akinese, der Nachwuchs vom Nest auf der Storchenscheune für ca. 20 Minuten!




Klickbild oben: nach dem Angriff verharren die Jungstörche 13 Minuten in vollkommener Bewegungsstarre.

Klickbild oben: Pfeile kennzeichnen die beidseitigen Verletzungen im Kopfbereich eines der Jungstörche. Sie waren vor dem Angriff eindeutig noch nicht vorhanden.

Klickbild: eventuell auch am Flügel eine Verletzung?

Klickbild oben: einer der Altstörche verteidigt einige Stunden später die Jungen gegen einen überfliegenden Fremdstorch (event. der Angreifer vom Morgen?)
Zuschauerfrage: ist so ein Angriff "normal"?
Man kann darauf vielleicht so antworten: eine Attacke gegen Jungstörche dieser Altersstufe ist zwar glücklicherweise selten, aber nicht generell auszuschließen. Äußerst interessant wäre zu wissen, wer dieser Storch war. Die Ringnummer kann mit der Kamera aus dieser Entfernung leider nicht abgelesen werden. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier wohl um einen Nichtbrüter. Für die nächste Zeit kann ein weiterer Angriff nicht ausgeschlossen werden, auch bei den anderen Nestern.
Risikoabschätzung
Die Brutstörche haben zwischen zwei Optionen zu "entscheiden": gehen beide Partner auf die Futtersuche, so ist die Nahrungsversorgung der Jungen maximal. Bleibt jeweils ein Partner am Nest, so ist zwar immer eine Verteidigungsmöglichkeit gegeben, der Nachwuchs kann aber nur mit der Hälfte der Nahrungsmenge versorgt werden.
Allerdings gibt es zwischen beiden Optionen auch fließende Übergänge, wie man an den Kameranestern sehen kann. Auf der Basis der Kamera-Archivbildern der verg. Jahre kann man einen Trend erkennen: die Jungstörche werden offensichtlich bevorzugt in den späten Abendstunden zum ersten Mal alleine gelassen. Über die Ursache kann man nur spekulieren. Ob das Angriffsrisiko in dieser Zeit signifikant niedriger ist als zu anderen Tageszeiten könnte nur eine gründliche Verhaltensstudie belegen...
Bilddokumentation:

Klickbild oben: fremder Storch taucht gegen 10.50 Uhr am Nest auf. Deutlich zu erkennen: er trägt oben links am Bein einen ELSA-Ring.
Auf den folgenden Bildern ist zu sehen, wie der Eindringling die Jungstörche malträtiert, die Attacken müssen heftig gewesen sein. Auf den Bilder ist zu erahnen, dass es am Anfang teilweise noch Widerstand der Jungen gegeben hat, sie fallen aber nach kurzer Zeit in Akinese.
+++++++++++++
Stichwort Akinese:
(griechisch: α- nicht, κινείν bewegen; synonym Akinesie oder Akinesia).
Bei einer Störung am Nest stellen sich die Jungstörche tot und werden vollkommen bewegungsunfähig. Jede Flucht aus dem Nest würde in diesem Alter entweder mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod enden. Man nennt diesen Zustand der Bewegungslosigkeit Akinese.
+++++++++++++
Die Szene verdeutlicht sehr eindringlich, dass die Akinese der Jungstörche auch für den Fall angreifender Artgenossen von Vorteil ist: in ihrer Altersstufe wäre jeglicher dauerhafter Widerstand gegen einen Aggressor zum Scheitern verurteilt! Gegen die kraftvollen Schnabelhiebe eines erwachsenen Storchs sind sie vollkommen chancenlos, der Versuch der Gegenwehr könnte tödlich enden.
Nach unseren internen Archivbildern blieben die Jungstörche nach dem Abflug des Angreifers ca. 13 Minuten in Akinese.
Bemerkenswerte Vergleichszahlen: nach ihrer Beringung am 26. Mai blieben diese Jungstörche ca. 14 Minuten in Akinese, der Nachwuchs vom Nest auf der Storchenscheune für ca. 20 Minuten!




Klickbild oben: nach dem Angriff verharren die Jungstörche 13 Minuten in vollkommener Bewegungsstarre.

Klickbild oben: Pfeile kennzeichnen die beidseitigen Verletzungen im Kopfbereich eines der Jungstörche. Sie waren vor dem Angriff eindeutig noch nicht vorhanden.

Klickbild: eventuell auch am Flügel eine Verletzung?

Klickbild oben: einer der Altstörche verteidigt einige Stunden später die Jungen gegen einen überfliegenden Fremdstorch (event. der Angreifer vom Morgen?)
Zuschauerfrage: ist so ein Angriff "normal"?
Man kann darauf vielleicht so antworten: eine Attacke gegen Jungstörche dieser Altersstufe ist zwar glücklicherweise selten, aber nicht generell auszuschließen. Äußerst interessant wäre zu wissen, wer dieser Storch war. Die Ringnummer kann mit der Kamera aus dieser Entfernung leider nicht abgelesen werden. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier wohl um einen Nichtbrüter. Für die nächste Zeit kann ein weiterer Angriff nicht ausgeschlossen werden, auch bei den anderen Nestern.
Risikoabschätzung
Die Brutstörche haben zwischen zwei Optionen zu "entscheiden": gehen beide Partner auf die Futtersuche, so ist die Nahrungsversorgung der Jungen maximal. Bleibt jeweils ein Partner am Nest, so ist zwar immer eine Verteidigungsmöglichkeit gegeben, der Nachwuchs kann aber nur mit der Hälfte der Nahrungsmenge versorgt werden.
Allerdings gibt es zwischen beiden Optionen auch fließende Übergänge, wie man an den Kameranestern sehen kann. Auf der Basis der Kamera-Archivbildern der verg. Jahre kann man einen Trend erkennen: die Jungstörche werden offensichtlich bevorzugt in den späten Abendstunden zum ersten Mal alleine gelassen. Über die Ursache kann man nur spekulieren. Ob das Angriffsrisiko in dieser Zeit signifikant niedriger ist als zu anderen Tageszeiten könnte nur eine gründliche Verhaltensstudie belegen...
Abonnieren
Posts (Atom)