Freitag, 9. März 2007

Die Rückkehr der alten Nest-Königin?

Nachdem das Weibchen der Vorjahre (FRS 2823, rechts oben aluberingt), am 25.02. ins Nest in den Hochstadter Wiesen gewechselt war, tauchte sie heute unvermittelt als Kämpferin ums alte Nest wieder auf. Streng wissenschaftlich gesehen wissen wir nicht genau (da keine sichere Ringablesung erfolgte), ob der oben recht aluberingte Storch FRS 2823 war, aber die Wahrscheinlichkeit dürfte sehr hoch sein! Vermutlich ist in den Hochstadter Wiesen das bekannt dominante Weibchen zurückgekehrt und hat wie erwartet FRS 2823 vertrieben. Sie wollte dann wohl wieder zurück nach Bornheim, aber da ist ja schon die neue Partnerin vom Storchenmann.

Das erste Bild ihrer Anwesenheit stammt von 12.20 Uhr:


12.22 Uhr: der Kampf zwischen den zwei Weibchen ist voll entbrannt, schaut das Männchen nur zu?


12.23 Uhr: das alte Weibchen alleine im Nest!


Neue Attacke! Fliegt im Hintergrund gerade die ELSA-beringte Störchin in Richtung Nest?


Die Rivalinnen wieder im vollen Kampf. Links das Weibchen der Vorjahre, rechts das neue ELSA-beringte Weibchen.


12.30 Uhr: das alte neue Paar wieder zusammen im Nest, die Rivalin hat den (ersten?) Kampf verloren!

Mittwoch, 7. März 2007

Vogelschutz an Energiefreileitungen

Bundesnaturschutzgesetz § 53: der genaue Wortlaut

1 Zum Schutz von Vogelarten sind neu zu errichtende Masten und technische Bauteile von Mittelspannungsleitungen konstruktiv so auszuführen, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind.

2 An bestehenden Masten und technischen Bauteilen von Mittelspannungsleitungen mit hoher Gefährdung von Vögeln sind innerhalb von zehn Jahren die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung gegen Stromschlag durchzuführen.

3 Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für die Oberleitungsanlagen der Bahn.

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Zusatzinfo von einem Mitglied der BAG Stromtod:

Die Vorschrift aus dem Bundesnaturschutzgesetz gilt auch für sämtliche Zubringerleitungen der Bahn. Die Fahrleitungsmasten wurden zunächst ausgenommen, um eine europäische Lösung abzuwarten (Dr. jur. Elisabeth Mayr). Nach den von Deutschland unterzeichneten internationalen Abkommen (Bonner Konvention von 2002 und Berner Konvention von 2004) ist die Bahn aber verpflichtet, Belange des Vogelschutzes überall konstruktiv zu berücksichtigen.


Siehe auch Blogeintrag
=> Hessen: Vereinbarung gegen den Stromtod

Dienstag, 6. März 2007

Infoveranstaltung "Wässerwiesen am Speyerbach – Chancen für eine pfälzische Kulturlandschaft?"

Zeit: Donnerstag, 8. März 2007 um 19:00 Uhr
Ort: Sängerheim MGV, Geitherstraße 2, 67435 Geinsheim (Ortsteil von Neustadt/Weinstr.)


Die Veranstaltung gibt zuerst eine kleine Übersicht auf die wichtigsten Bauten und Grabensysteme der Geinsheimer Wiesenbewässerung. Danach soll dargestellt werden, ob und in welchem Rahmen es Möglichkeiten einer (teilweisen) Reaktivierung geben könnte.


Ablauf


1. Die Wässerwiesen am Speyerbach zwischen Fronmühle und Aumühle - kurze Übersicht auf historische und aktuelle Strukturen
Dipl.-Ing. Martin Grund (Neustadt/Weinstr.)

2. Reaktivierung der Queich-Wässerwiesen: Hintergründe und Ablauf des großen NATURA 2000-Pilotprojektes. Ein Praxisbericht.
Dr. Peter Keller (Landschaftspflegeverband Südpfalz)
Dipl.-Ing. Thomas Wamsganz (Schifferstadt)
Pirmin Hilsendegen (Ottersheim).

3. Wiesenbewässerung: die große Chance für den Weißstorch
Dr. Michael Fangrath (Ottersheim)

4. Ideensammlung: was wollen wir gemeinsam erreichen und wie wollen wir weiter vorgehen?



Es laden ein:

Bauern- und Winzerschaft, Geinsheim
Verein für Heimatpflege, Geinsheim
GNOR, Geschäftsstelle Süd
Pollichia, Ortsgruppe Neustadt
NABU, Ortsgruppe Neustadt
BUND, Ortsgruppen Haßloch und Neustadt
Aktion PfalzStorch

Montag, 5. März 2007

Video von den "Kirchenstörchen"

Nach ca. 50 Sekunden hört man sogar ein bißchen die Orgel spielen. Die Aufnahme stammt vom Sonntag. Wenn es hin und wieder kräftig brummt, dann stammt das von Insekten, die sich in der morgendlichen Sonne auf der Ostseite des Glockenturms aufwärmen und knapp am Mikrophon der Kamera vorbeifliegen...

URL: http://www.youtube.com/watch?v=oFa0buYABL4

Tausend Dank an Nina, die für uns diese Aufnahme aus den "mxpeg-Rohdaten" erstellt hat!! Seit Kurzem gibt es auch für dieses Nest pro Stunde zwei Videoaufnahmen mit Ton von jeweils 10 Sekunden Länge, siehe
=> http://www.pfalzstorch.de/bilder/kurzfilme_ev_kirche.html


Sonntag, 4. März 2007

Irrungen Wirrungen

Die neue Partnerin in Kameranest 1 hat 2006 in der Pfalz mit einem unberingten Storch gebrütet, einige Kilometer von Bornheim entfernt. Sie wurde 2007 schon mal um den 18.2. für mehrere Tage in Bornheim gesehen, ebenso an ihrem Nest vom Vorjahr. Ihr letztjähriger Partner ist offenbar (noch) nicht zurückgekommen, da kam der verlassene Bornheimer "Storchenmann" gerade recht. Die aktuelle Konstellation im Kameranest B1 könnte man also flapsig so umschreiben: verlassener Mann trifft auf Frau, die bislang vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes gewartet hat. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben? Zu bedenken ist jedoch, daß wir erst am Anfang der Saison stehen, viele Störche werden wohl noch zurückkommen. Werden dann die Karten noch mal neu gemischt? 2007 läuft im Kameranest B1 ein echtes Verwirrspiel ab. Ganz im Gegensatz zu den Vorjahren: da war alles so nett adrett, immer hatte man den Partner des Vorjahres...


"Irrungen Wirrungen" ist ein Roman von Theodor Fontane. Er behandelt das Motiv der unstandesgemäßen Liebe zwischen dem Baron und Offizier Botho von Rienäcker und der kleinbürgerlichen Plätterin Lene Nimptsch. Beide können ihre Standesgrenzen nicht überwinden und heiraten schließlich einen anderen Partner, mit dem sie ein mäßig glückliches Leben bestreiten.

Dies und das....

Heute gab es sehr netten Besuch von einem Storchenfreund aus Wuppertal (hallo Hubert! ;-)

Waren zusammen unterwegs im Gelände und haben auch das ehemalige Bornheimer Weibchen mit seinem neuen Partner auf dem Nest gesehen. Wir hatten leider kein starkes Spektiv dabei und konnten deshalb nur den bekannten Metallring erkennen und keine Nummer. Da unser altbekanntes Bornheimer Storchenweibchen aber mittlerweile schon mehrmals sicher an diesem Nest abgelesen wurde, gibt es keinen Zweifel zur Identität des Vogels. Es geht ihm gut! Käme allerdings das bisherige Weibchen zurück und vertriebe die "Bornheimerin", dann stünde FRS 2823 plötzlich ohne Nest und ohne Partner da. Eventuell käme sie dann wieder nach Bornheim zurück und würde versuchen, die neue Störchin (s.u.) zu vertreiben. Das könnte 'ne Menge Ärger für alle geben!

Die Geschichte von FRS 2823 ist deshalb so bemerkenswert, weil sie ohne jede erkennbare Störung (Angriff durch andere Störche etc.) ihren bisherigen Brutplatz und den langjährigen Partner aufgegeben hat. Man hatte schon eifrig mit dem Nestbau begonnen und zack - von einem Moment auf den anderen war sie verschwunden und wurde seitdem auch kein einziges Mal mehr in Bornheim gesehen!

Einen gewaltigen Vorteil hat ihr neues Nest: sie hat die schönsten und größten Wiesenflächen weit und breit direkt vorm Schnabel. In einem Radius von 2 Kilometer ums Nest hat sie gleich mehrere hundert Hektar bester Wässerwiesen zur Futtersuche!

Kleines, restauriertes Sandstein-Wehr an einem Seitenlauf der Queich; dient der Wiesenbewässerung

Da erscheint ihr Umzug plötzlich in einem ganz anderen Licht, sie ist beim neuen Partner und im neuen Nest sozusagen in der absoluten Premiumkategorie pfälzischer Storchennester gelandet ;-) "Brüten DeLuxe".


Das ehemalige Weibchen vom Kameranest Bornheim 1 (FRS 2823) am neuen Nest mit neuem Partner 5 km von Bornheim entfernt.


Wie etliche Kamerabeobachter schon richtig erkannt haben: das Männchen vom Kameranest Bornheim 1 hat ein neues Weibchen gefunden. Es hat links oben am Bein einen ELSA-Ring, die Nummer wurde mittlerweile sicher abgelesen, auch per Kamerabild ;-) Demnächst eventuell mehr Infos zur Vita des Storches. Damit keine Gerüchte aufkommen: es handelt sich nicht um das gleichfalls oben links ELSA-beringte Weibchen vom Nest am Bornheimer Sportplatz.


Neue Liebe, neues Glück


Zum ersten Mal wird zusammen auf dem Nest übernachtet!



Kürzlich hatte sich wohl ein Storch auf die Kamerahalterung gesetzt und dabei den Bildausschnitt dauerhaft nach oben verschoben. Eventuell haben wir keine Gelegenheit mehr vor Beginn der Eiablage die Kamera zu korrigieren, dann müssen wir 2007 eben mit dieser Bildperspektive leben.

Samstag, 3. März 2007

Totale Mondfinsternis....

... bei perfekten Beobachtungsbedingungen:

00.25 Uhr:

Mond sieht aus wie der Mars, ein fahler, kupferfarbener, rötlicher Schein

Fotomontage:

Freitag, 2. März 2007


Eine kleine Impression aus den Queichwiesen von heute Nachmittag. Die Queich führt Hochwasser und einige Flächen sind überschwemmt. Die bereits zurückgekehrten Störche haben es jetzt nicht schwer, Nahrung zu finden, vor allem Regenwürmer. Der Storch in der Ferne ist entweder das Hochstadter Männchen oder das fremd gehende Weibchen von Bornheim 1. Beide standen kurze Zeit vorher an dieser Stelle zusammen.