Mittwoch, 15. Oktober 2008

Neue Infos zu großem Weißstorchunglück in Saudi-Arabien

Der letzte Beitrag hat zur Stellungsnahme einiger namhafter Strom - und Kollisionstod-Experten geführt.  

Fazit: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem äußerst tragischen Weißstorch-Massenunfall NICHT um Stromtod, sondern um Kollisionstod! Ich hatte im letzten Blogbeitrag ja schon meine Zweifel an einem Stromtod geäußert (eindeutig handelt es sich hier um eine Hochspannungstrasse, bei der es aufgrund typischer Bauteilgröße bzw. dem Bauelementeabstand normalerweise zu keinen hohen Opferzahlen kommt...)

Wir werden versuchen, mit den lokalen Umweltschutzakteuren Kontakt aufzunehmen und unsere bislang sehr positven Erfahrungen mit der bundesweit einmaligen Umrüstung der 110.000 V Trasse in den Offenbacher Niederwiesen mitzuteilen!

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Dr. Haas (Leiter der NABU-BAG Stromtod und einer der Hauptautoren des neuen Referenzwerkes zum Thema Strom- und Kollisionstod von Vögeln) schreibt dazu in einer Mail (wir haben den Text leicht angepasst, um die richtigen Bildbezüge etc. in diesem Posting  herzustellen):

"Zur (...) Deutung (dieses Bildes) in der vorherigen Nachricht:

Es ist eine typische „Regenrinnenverletzung“ (kommt von Fahrzeugkollisionen: der auffliegende Vogel schaffts nicht ganz, dem Vogel werden bei nach oben geschlagenen Flügeln die Läufe, manchmal auch weiter oben die Unterschenkel abgeschlagen). Dem abgebildeten Storch wurde beim etwas schrägen Landeanflug mit hängenden Beinen der linke Lauf in der Mitte durchgeschlagen, der äußere Teil hängt nur noch an einem Strang aus Sehnen und Gefäßen. Der rechte Lauf ist durch den Aufprall an der Vorderseite blutunterlaufen, aber nicht gebrochen (der Vogel war nach der Kollision nicht sofort tot, konnte den Absturz noch mit den Flügeln etwas abmildern). Es sind keine Verbrennungen. Ich bin mir in der Deutung sicher, häufig bekomme ich ähnlich verletzte Vögel zur Behandlung eingeliefert, nach Verkehrsunfällen und Leitungskollisionen.

   

Aus den gesamten Bildern aus Saudi-Arabien lese ich zunächst heraus:

Ø Die Störche sind Kollisionsopfer (keine Stromschlagfälle)

Ø Stärkere Winde haben keine Rolle gespielt (keine Spuren, wie sie schon bei leichten Sand- oder Staubstürmen in Wüstenregionen typisch sind), was freilich Sichtbehinderungen bei „staubgeschwängerter“ Luft nach Stürmen nicht ausschließt.

Ø Ich vermute einen Einflug eines großen Zugtrupps, der in die Nacht geraten ist und einen Übernachtungsplatz an einem Gewässer (bei Jeddah wohl am ehesten am Meeresstrand) angepeilt hat und dabei in den sehr ungünstig mit Leitungen bestückten Luftraum (breitflächig verteilte Leitungen in Mehrebenenanordnung) geraten ist. Bei dieser Konstellation sind aber auch andere Szenarien denkbar (z.B. Anpeilung von Landeplätzen auf den Quertraversen der Masten und Kollision beim frühen Landeanflug).  

Zur weiteren Klärung wären zusätzliche Details sehr wünschenswert.

Ich bitte daher den Verteiler um Mitarbeit. Wer kann für den Verteiler die arabischen Texte übersetzen ? Sehr interessant wären weitere Daten zu Fundort, Fundzeit, Wetterdaten, evtl Beobachtungen (über)lebender Störche, genaue topografische Karte mit Einzeichnung der Unfall-Hochspannungsleitungen etc. In diesen Mastenfeldern wären auch Untersuchungen auf Kollisionsopfer allgemein für Schutzbemühungen wichtig, z.B. im Hinblick auf den Durchzug von Großgreifvögeln, vor allem auch an windreichen Zugtagen. 

Weiteres zur Anflugproblematik und Lösungsvorschlägen s. unter www.birdsandpowerlines.org in Deutsch und Englisch. Auch im neuen Buch STROMTOD VON VÖGELN behandeln viele Artikel auch Kollisionsprobleme, hauptsächlich auf S. 278 – 299. Das Buch kann weiterhin über mich bezogen werden (am einfachsten E-Mail an dghaas@web.de ). Weitere Infos zum Buch unter www.birdsandpowerlines.org .  

 
Mit besten Grüßen
Dr. Dieter Haas

Leiter der NABU-BAG Stromtod

Ende des Zitats

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Massenkollision an Stromleitung in Saudi-Arabien (über 200 tote Weißstörche)

Auf einer arabischen Seite kann man diese grauenhaften Bilder eines Weißstorch-Massenunfalls sehen (bitte beachten: da die Seite arabisch ist, befindet sich die Scroll-Leiste auf der linken Seite!):

http://www.mekshat.com/vb/showthread.php?t=151775

Nach Aussagen von saudi-arabischen Ornithologen kamen am 25. August 2008 ca. 90 km südlich von Jeddah unglaubliche 236 Weißstörche an einer riesigen Stromtrasse ums Leben. Dort laufen 5 Trassen parallel zueinander, die Stromleitungen queren eine international bedeutsame Vogelzugroute. Einzelheiten zum möglichen Ablauf des Geschehens liegen uns noch nicht vor. 


Samstag, 20. September 2008

Kamera 3 ("Sportplatznest") deaktiviert

Nachdem die Nestbesitzer schon längere Zeit abgezogen sind und die Kameraperspektive durch den neuen Zaun am Sportplatz nicht mehr gerade prickelnd aussieht, haben wir heute die Bildübertragung eingestellt. Eventuell kommt diese Kamera aber wieder im nächsten Jahr zum Einsatz.

Von den 4 Jungstörchen haben wir nach dem Ausfliegen keine Rückmeldung mehr bekommen, also weder gute noch schlechte Nachrichten... 

Freitag, 19. September 2008

Bornheimer "Kirchenstörche" jetzt auch unterwegs in den Süden...

Das Paar vom Dach der evangelischen Kirche Bornheim ist offensichtlich am vergangenen Mittwoch (17.9.) in die Süden losgeflogen. Hier die letzten zwei Bilder, die wir archivieren konnten:

5 Minuten später: gemeinsamer Blick in die weite Ferne... 

Danach waren sie wohl endgültig weg... Gute Reise, ihr Zwei!!!! 

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Faszinierend: am selben Tag konnten wir am anderen Ende der Welt, an der Nordspitze der antarktischen Halbinsel, zum ersten Mal nach dem antarktischen Winter wieder Eselspinguine im Webcambild sehen. Diese Kamera in unmittelbarer Nähe der weitgehend unbekannten deutschen Forschungsstation GARS O'Higgins überträgt seit 2004 jedes Jahr das Brutgeschehen einer kleinen Eselspinguin-Kolonie.

Bis zum eigentlichen Brutbeginn (Start normalerweise im November) werden aber noch viele Wochen vergehen. Bei schlechtem Wetter (Orkan, ungünstige Eisverhältnisse vor der Küste) können die Pinguine vor dem Brutbeginn wieder komplett verschwinden. Die wenigen Pinguine sind aktuell fast nur am Abend zu sehen.

==> zur Pinguin-Webcamseite 

Samstag, 13. September 2008

Einige wenige Altstörche immer noch da...

... darunter auch das Paar auf dem Dach der evangelischen Kirche Bornheim. Gestern kam es zur Umstellung der Großwetterlage, doch weiterhin wird im vertrauten Brutgebiet ausgeharrt...




Klickbilder: das Paar im strömenden Regen

Samstag, 16. August 2008

Mondstörche...


Klickbild


In der Nacht der Mondfinsternis ist das Paar auf der evangelischen Kirche in geheimnisvolles Licht gehüllt...


Wenige Stunden zuvor eine Szene wie gemalt...:

Klickbild

Donnerstag, 14. August 2008

Storchenzentrum Bornheim als schulnahe Umwelterziehungseinrichtung anerkannt

Das Storchenzentrum Bornheim wurde in das Netzwerk "Schulnahe Umwelterziehungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz" (kurz SchUR-Station genannt) aufgenommen. Die Aufnahme in das Netzwerk ist ein Vertrauensbeweis für die Arbeit der Aktion PfalzStorch.




Ziele der Schüleraktivitäten an den SchUR-Stationen sind:

  • sinnhafte Primärerfahrung in der Natur zu ermöglichen, um über den Aufbau einer emotionalen Beziehung zur Natur Sensibilität im Umgang mit der Natur zu wecken,
  • durch Lernen in der Natur bzw. Umwelt Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln,
  • durch vielfältige schülerorientierte Aktivitäten und Projekte genügend Freiraum für selbständigen Erkenntnisgewinn zu lassen,
  • Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu schaffen und auf die komplexen Folgen von Eingriffen in die Natur aufmerksam zu machen,
  • Methoden der Umweltanalytik und des Umweltschutzes bzw. Landschaftspflege vorzustellen und durchzuführen,
  • Handlungsbereitschaften bei den Schülerinnen und Schülern durch die außerschulische Arbeit in Zusammenarbeit mit Schule zu fördern und Handlungskompetenzen zu vermitteln,
  • außerschulische Anknüpfungspunkte für Fragen und Themen einer Bildung für eine Nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung anzubieten und über den Einblick in Lokale Agendaprozesse, an denen die Stationen beteiligt sein können, zur schulischen Mitarbeit anzuregen bzw. diese Ansätze in die Schulen zu tragen.

Um diese Ziele zu erreichen ist die originale, altersgemäße Natur- und Kulturraumbegegnung und -untersuchung übergeordnetes umweltpädagogisches Prinzip. Diese Aktivitäten reichen vom Erlebniswandertag bis hin zu mehrtägigen Umweltprojekten.


Weitere Infos über nachhaltige Bildung in Rheinland-Pfalz: http://nachhaltigkeit.bildung.rlp.de/

Sonntag, 3. August 2008

Programm Storchenfest

11 Uhr Eröffung durch den Vorsitzenden Dieter Hörner und Ortsbürgermeister Lothar Bach, Verleihung der Ehrenmitgliedschaften; Jagdhornbläser; Duo "Pfälzer Wind"

11.30 Uhr: Mundartpoet Albert Keil
ab 12.00 Uhr: Mittagessen, Kaffee und Kuchen
13.30 Uhr: Infos zur Brutsaison 2007 und 2008
14.00 Uhr: Mundartpoet Albert Keil
14:30 Uhr: Patenschaftsvergabe Jungstörche
15.30 Uhr: Siegerehrung "Tag der Artenvielfalt"
16.30 Uhr: Kurzvortrag "Netzwerk Wässerwiesen"
17.00 Uhr: Storchenbeobachtung in den Wässerwiesen, Treffpunkt Neumühle Offenbach/Queich (Führung Pirmin Hilsendegen)


Ganztägig:

- Dauerausstellung "Storchenleben" im OG des Storchenzentrums (Christiane Hilsendegen)
- Fotoausstellung zu Storch (von Edgar Schlee)
- Kunstausstellung "Naturschutz und Kunst" (von Jacklyn Gratzfeld)