Samstag, 15. Februar 2014

Storchengeklapper in Bornheim


Ja, es kommen  jetzt fast täglich  Störche zurück. Wer jetzt das Kunst- und Storchendorf  Bornheim  besucht,  sieht  bereits  viele klappernde  Störche auf Dächern von Scheunen  und der evangelischen Kirche  und auf vielen Masten. Konnte am Mittwoch  einige  Rückkehrer in Bornheim fotografieren  und mich an dem Geklapper erfreuen.

Die Ringnummer ist der Personalausweis der Störche


Für die  Besitzer und Betreuer  von Storchennestern ist die Zeit jetzt sehr spannend.  Sie sind  dabei  die Nummern  der  beringten Störche abzulesen. Übrigens, in der Pfalz werden  jedes Jahr ca. 90% der Storchenküken beringt.  Mit der Ringnummer  kann z.B. festgestellt werden, sind die gleichen Störche  auf  diesem Nest wie im letzten Jahr oder hat  der  Storch oder die Storchenfrau  einen anderen  Partner?  Wann und wo  sind  die Störche geschlüpft,  wo haben sie sich im letzten Jahr aufgehalten?


Dieses Storchenpaar auf dem Dach der evangelischen Kirche  hat einen herrlichen  Überblick  über die Region

Diese beiden Störche  haben das Nest am Storchenzentrum belegt. In unmittelbarer Nachbarschaft ist dieser Strommast.
 Am Bornheimer Sportplatz ist das Nest  auch wieder belegt.Störche  fühlen sich sehr  wohl in Bornheim
Hier an der Storchenpflegestation sind bereits drei Storchennester belegt. Störche lassen sich gerne dort nieder, wo sich bereits andere Störche aufhalten.
Ein erstes Storchenpaar hat sich auch bereits im Weindorf Venningen niedergelassen. Sie mögen sich…
Störche klappern gerne. Sobald ein Paar klappert, klappern auch die Nachbarstörche. Klappern ist anscheinend ansteckend.



Wer die Ankömmlinge beobachten will, kann dies  life über folgenden Link zu den Nestkameras der Aktion PfalzStorch e.V. tun.



Weitere Nestkamera  gibt es in Neupotz und Knittelsheim:








Montag, 10. Februar 2014

Auf ein Neues!

Die ersten 6 Störche sind nach Bornheim zurückgekehrt. Auch von einigen anderen Gemeinden werden einzelne Störche gemeldet. Von den meisten dieser frühen Rückkehrer wissen wir, dass sie in den vergangenen Jahren nicht weit weggezogen waren und im nahen Elsass abgelesen werden konnten. Bei Kälteeinbrüchen waren sie wieder weg, um bei erneut milden Temperaturen zurückzukommen.  Also noch nicht unbedingt ein Frühlingszeichen!
Andererseits gibt es auch für die historische Weißstorchpopulation um 1900 dokumentierte Rückkehrdaten ab Mitte Februar, so dass wir in den nächsten Tagen und Wochen auch mit der Rückkehr der Fernzieher rechnen dürfen.

Der Storch-begeisterte Mannheimer Fotograf Norbert Gladrow hat das inzwischen komplette Paar des Nestes auf der Westseite der Voliere Storchenscheune fotografiert und uns seine Fotostrecke vom gestrigen Sonntag zugeschickt. Dieses Paar ist bereits im 7. Jahr zusammen. Die Hormone für die kommende Nestbau- und Brutsaison beginnen offensichtlich schon, in der Blutbahn zu zirkulieren...



Mittwoch, 18. September 2013

Bilanz der Brutsaison 2013



Bis auf vereinzelte  Nachzügler sind nun auch die Altstörche nach Süden gezogen, nachdem die Mehrzahl ihrer Jungen schon vor 4 Wochen zu der langen Reise Richtung Afrika aufgebrochen waren.
Die Anzahl der Weißstorch-Brutpaare in Rheinland-Pfalz hatte auch in diesem Jahr wieder kräftig zugenommen: Um 23% auf 165 Brutpaare, gegenüber 134 im vergangenen Jahr. Weniger erfreulich war allerdings  ihr geringer Bruterfolg.
Die Wetterbedingungen waren nicht günstig: Zu Beginn der Brutperiode Ende März hat der verlängerte Winter bei einigen Paaren zu Unterbrechung und Störungen des Brutgeschäftes geführt. Die lange Regenperiode Ende Mai, verbunden mit niedrigen Temperaturen, haben viele Jungvögel nicht überlebt. Besonders betroffen war dabei die Gruppe derer, die schon zu groß waren, um noch unter den Eltern Schutz zu finden, aber noch nicht weit genug entwickelt, um mit diesen Witterungsbedingungen allein zurechtzukommen. Zu den direkten Wettereinwirkungen kamen indirekte hinzu, wie z.B. die wetterbedingte verspätete Wiesenmahd. Zwar profitieren Störche von feuchten Böden und Überschwemmungen, aber hoch aufgewachsene Wiesen erschweren ihnen das Auffinden der Nahrungstiere. So ist es nicht verwunderlich, dass die Ausfälle regional sehr unterschiedlich auftraten. Glimpflich kamen die rheinhessischen Störche mit durchschnittlich 1,9 Jungen pro Brutpaar davon. In der Westpfalz blieben dagegen fast 70% der Brutpaare ohne flüggen Nachwuchs. Die Westpfälzer Störche kamen so auf einen durchschnittlichen Bruterfolg von 0,4 Jungen pro Brutpaar, während er landesweit bei 1,1 lag. Üblich waren in den letzten Jahren Werte über 2,0.
Immerhin sind in Rheinland-Pfalz 182 Jungstörche von frei fliegenden Brutpaaren flügge geworden. Der Weißstorchbestand ist durch einen solchen, überwiegend witterungsbedingten Einbruch beim Bruterfolg sicher nicht gefährdet. Wenn sich solche Wetterkapriolen nicht zu oft wiederholen,  seine natürlichen Lebensräume erhalten und die Gefahrenquellen weiter verringert werden, wird sich der Weißstorch auch in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft behaupten können. 

Dienstag, 27. August 2013

Missgebildete Federn - Die Jungstörche aus Knittelsheim



Knittelsheimer Jungstorch in der Storchenscheune
Dem Jungstorch mit den deformierten Federn aus dem Knittelsheimer Nest Nr. 1 geht es sehr gut bei uns in der Kranken- und Pflegestation. Bei der nächsten Mauser wird sich herausstellen, ob sich sein nächstes Federkleid normal entwickelt.
Sein Geschwisterchen hatte weniger Glück: es verunglückte bald nach seinem ersten Flugversuch und wurde tot aufgefunden.


Mit freundlichen Grüßen Melina Krieg

Mittwoch, 21. August 2013


Hallo liebe Storchenfreunde und Blogleser,
ich bin die neue FÖJlerin  der Aktion Pfalzstorch und möchte mich Ihnen kurz vorstellen.
Mein Name ist Melina Krieg, ich bin 20 Jahre alt und wohne in Jockgrim.
Ich kam über ein paar Umwege zur Aktion Pfalzstorch und bin sehr froh, diese wunderbare FÖJ-Stelle bekommen zu haben.
Im März 2012 beendete ich mein Abitur und studierte ab September in Karlsruhe am KIT Biologie. Schnell wurde mir klar: auch wenn Biologie ein wirklich interessantes Fach ist, ist Studieren leider nichts für mich. Deshalb habe ich mich nach einer Stelle umgesehen, bei der ich etwas für die Natur tun kann und gleichzeitig körperlich und geistig gefordert werde. Genau so eine Stelle habe ich hier bei der Aktion Pfalzstorch gefunden.
Als ich hier in Bornheim am 1.August meinen ersten Arbeitstag hatte, war ich sehr froh, dass Marina, die FÖJlerin des Vorjahres, mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Mittlerweile habe ich mich in der Storchenscheune und im Storchenzentrum etwas eingelebt und möchte Ihnen einen kurzen Einblick in meinen Arbeitsalltag geben.
Mein Tag beginnt jeden Morgen an der Storchenscheune bei den flugunfähigen oder verletzten Störchen. Wie sollte es auch anders sein, hat das Wohl der Störche bei der Aktion Pfalzstorch oberste Priorität. Ich füttere die Störche, putze ihr Wasserbecken und schaue ob alles in Ordnung ist. Kuscheln oder Ähnliches steht nicht auf dem Programm, es gibt nämlich auch immer wieder Kandidaten, die wieder ausgewildert werden können und diese sollen nicht auf den Mensch fixiert sein.
Danach geht es zum Storchenzentrum, wo Meldungen über Störche verarbeitet werden (Verunglückte Störche, Neusichtungen etc.) und wo natürlich auch eine Ausstellung zum Weisstorch beheimatet ist. Ich habe selten so eine schöne, interaktive Ausstellung gesehen, die für jedes Alter geeignet ist. Ich fühle mich sehr geehrt mit dieser Ausstellung arbeiten zu dürfen und sie auch Besuchern näher bringen zu können. Nicht jede Ausstellung ist langweilig und die hier im Storchenzentrum schon gar nicht.
In der kurzen Zeit, in der ich hier bin, sind mir die Störche und ihr Schutz sehr ans Herz gewachsen. Es ist sehr schön zu sehen, dass es so tolle Organisationen wie die Aktion Pfalzstorch gibt, die es geschafft hat den Störchen hier in der Pfalz, nach über 20 Jahren, wieder eine Heimat zu geben.
Ich freue mich hier ein Jahr arbeiten zu dürfen, viele Erfahrungen zu sammeln, einiges dazu zu lernen  und vor allem freue ich mich auf das nächste Frühjahr, wenn die Störche aus dem Süden wieder kommen.

Mit freundlichen Grüßen
Melina Krieg



Sonntag, 4. August 2013

Vollversammlung vor der Abreise

Die Storchensaison ist fast zu Ende. Die Störche nutzen die letzten Wässertage, um es sich noch einmal richtig gut gehen zu lassen und sich in Reisegruppen zu sammeln. Am 2. August waren 280 (!) Weißstörche in den Offenbacher Niederwiesen versammelt. Mit dabei war auch ein Schwarzstorch. So viele Tiere müssen abends einen Schlafplatz finden. Die Störche aus dem näheren Umkreis übernachten meist noch auf ihren Herkunftsnestern. Die Nahrungsgäste suchen Bäume, Hausdächer, Lampen und vor allem Strommasten auf, was ihnen nach wie vor manchmal zum Verhängnis wird.
Ablesungen an den Schlafplätzen ergaben, dass die Nahrungsgäste nicht nur aus der Pfalz, sondern auch aus Rheinhessen, Südhessen, Baden-Württemberg und dem Elsass stammen.
In den nächsten Tagen, sobald die Thermikbedingungen günstig sind, werden sie sich auf die Reise begeben. Hoffen wir, dass viele von ihnen wiederkommen!
Schwarzstorch mit Weißstörchen

Hoffentlich gut genug gesichert!



Ungefährliche Schlafplätze auf Lampen im Gewerbegebiet